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Wie das Immunsystem das Krebsrisiko beim Li-Fraumeni-Syndrom beeinflusst

Symbolbild: Das Immunsystem schützt den menschlichen Körper vor Viren und senkt das Krebsrisiko

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Wie das Immunsystem das Krebsrisiko beim Li-Fraumeni-Syndrom beeinflusst

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Das Li-Fraumeni-Syndrom erhöht das Risiko für zahlreiche Krebsarten deutlich. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass das Immunsystem maßgeblich dazu beiträgt, warum Krebs bei Betroffenen in sehr unterschiedlichem Alter und in verschiedenen Ausprägungen auftritt. Diese Erkenntnisse könnten zukünftig den Weg für personalisierte Behandlungsmöglichkeiten ebnen.

Länderübergreifende Forschung kann variables Krebsrisiko erklären

„Das Li-Fraumeni-Syndrom wird durch vererbte Veränderungen in einem Gen namens TP53 verursacht, das normalerweise dazu beiträgt, den Körper vor Krebs zu schützen“, erklärt Professor Dr. Christian Kratz, Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Mitinitiator der Studie. „Betroffene haben ein hohes Lebenszeitrisiko, an Krebs zu erkranken. Zudem kann sich das individuelle Krebsrisiko selbst innerhalb derselben Familie deutlich unterscheiden.“ In der länderübergreifenden Studie, an der federführende Vertreterinnen und Vertreter der Université Grenoble Alpes, der Université de Rouen Normandie aus Frankreich sowie der MHH beteiligt waren, wollten die Forschenden die Ursachen für diese Variabilität genauer verstehen.

Immunzellen können Genveränderungen erkennen

Untersucht wurde, ob das körpereigene Immunsystem eine Rolle bei der Entstehung von Krebs spielen könnte.
„Wir konzentrierten uns darauf, wie verschiedene Veränderungen im Gen TP53 von Immunzellen erkannt werden“, erklärt Emilie Montellier der Université Grenoble Alpes. „Einige veränderte Formen des TP53-Proteins können kleine Fragmente produzieren, die das Immunsystem als abnormal erkennt, was mit einem reduziertem Krebsrisiko einhergeht.“

Durch die Analyse genetischer und klinischer Daten von Tausenden von Menschen mit Li-Fraumeni-Syndrom identifizierten die Forschenden ein klares Muster: Betroffene, die Varianten im Gen TP53 trugen, die eher vom Immunsystem erkannt wurden, neigten dazu, erst später im Leben an Krebs zu erkranken. Sie erkrankten auch seltener an einigen der Krebsarten, die am häufigsten mit dem Li-Fraumeni-Syndrom in Verbindung gebracht werden, wie zum Beispiel Knochen- und Weichteilsarkome.

Gesenktes Gesamtrisiko für Krebs

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Immunsystem Einfluss darauf hat, wie sich das vererbte Krebsrisiko im Laufe des Lebens einer Person entwickelt. Die Immunerkennung verhindert zwar nicht die Entstehung von Krebs bei Menschen mit Li-Fraumeni-Syndrom, kann jedoch dazu beitragen, das Gesamtrisiko zu senken, indem sie den Ausbruch von Krebs verzögert oder die Art der auftretenden Krebserkrankungen verändert.
„Unsere Arbeit hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, eröffnet jedoch neue Möglichkeiten für personalisierte Ansätze in der Zukunft“, verdeutlicht Gaëlle Bougeard der Université de Rouen Normandie. „Informationen über die spezifische TP53-Variante und den Hintergrund des Immunsystems einer Person können Ärztinnen und Ärzten zukünftig helfen, Strategien zur Krebsüberwachung und -prävention besser anzupassen.“
„Allgemeiner betrachtet zeigen diese Ergebnisse, wie Wechselwirkungen zwischen genetischen Variationen und dem Immunsystem das Krebsrisiko beeinflussen können – nicht nur beim Li-Fraumeni-Syndrom, sondern möglicherweise auch bei anderen erblichen Krebserkrankungen“, ergänzt Professor Kratz, dessen Forschung von der Deutschen Kinderkrebsstiftung unterstützt wird.

Quelle: Pressemitteilung Medizinische Hochschule Hannover

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