Onkologie » Versorgungsforschung

»

Wie sollten Langzeitüberlebende betreut werden?

Ein professioneller Arzt in einer weißen medizinischen Uniform spricht mit einem Patienten

Wie sollten Langzeitüberlebende betreut werden?

Aktuelles

Onkologie

Versorgungsforschung

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Für die steigende Zahl von Langzeitüberlebenden, deren Krebserkrankung mindestens fünf Jahre zurückliegt, gibt es keine strukturierten Versorgungskonzepte. Das soll sich jetzt ändern. Die Deutsche Krebshilfe stellt dafür Fördergelder in Höhe von 8 Millionen zur Verfügung. 

Zurzeit leben in Deutschland rund fünf Millionen Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung. Davon sind 3,5 Millionen Langzeitüberlebende, deren Erkrankung mehr als fünf Jahre zurückliegt. Und ihre Zahl wird weiter steigen. Das ist die gute Nachricht.

Krebs hinterlässt Spuren

Allerdings hinterlässt die Krebserkrankung in vielen Fällen Spuren. Viele Langzeitüberlebende leiden an krankheits- bzw. therapie-bedingten Spätfolgen. Die Bandbreite möglicher Langzeitfolgen ist groß: Kardiovaskuläre Probleme, chronischer Erschöpfung, Nervenschäden zählen ebenso dazu wie Depression und Angst. Auch Berufsunfähigkeit und finanzielle Nöte können eine große Belastung darstellen.

„Wir wissen noch viel zu wenig darüber, wie verbreitet die unterschiedlichen Langzeitfolgen sind“, so Prof. Wolf-Karsten Hofmann von der Deutschen Krebshilfe. Es fehle an soliden Daten als Basis für adäquate Versorgungskonzepte. Bislang hatte man das Thema nicht auf dem Schirm, und deshalb enden strukturierte Angebote nach den regulären Nachsorgeterminen.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Krebshilfe den neuen Förderschwerpunkt „Langzeitüberleben nach Krebs“ geschaffen und finanziert insgesamt elf Forschungsprojekte mit insgesamt acht Millionen Euro. Zunächst sollen Langzeitüberlebende umfassend zu körperlichen, psychischen und sozialen Nachwirkungen ihrer Krebserkrankung befragt werden. Auf Basis der so gewonnenen Daten werden anschließend innovative Versorgungsmodelle entwickelt, wobei u.a. Psychoonkologie, Sozialberatung, Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und die Krebs-Selbsthilfe verknüpft werden sollen.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe vom 30. Januar 2025

Bilderquelle: © Pcess609 – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen
Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Brustkrebsmonat 2026: Bessere Behandlung und Versorgung

Aktuelles

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die Versorgungsforschung wandelt sich durch neue Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten dabei stetig.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Forschungsteam aus sechs Personen steht im Freien vor einem Klinikgebaeude und laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer eine Studie zum Einfluss des Darmmikrobioms auf die CAR-T-Zelltherapie

Darmbakterien beeinflussen die Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Aktuelles

Nicht alle Tumore sprechen gleich auf die CAR-T-Zelltherapie an. Eine Studie zeigt jetzt, dass vor allem die Stoffwechselprodukte des Darmmikobioms die Krebstherapie fördern oder hemmen können.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen