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DOC 2026 Rückblick: Besucherrekord und internationale Strahlkraft 

Wetlab beim DOC 2026 Nürnberg

Quelle: DOC

DOC 2026 Rückblick: Besucherrekord und internationale Strahlkraft 

Kongress

Ophthalmologie

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

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4 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

DOC 2026: Besucherrekord und internationale Strahlkraft 

Der 38. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC) hat im Juni einen neuen Rekord aufgestellt: Über 7.500 Teilnehmende aus aller Welt kamen zum größten ophthalmochirurgischen Fachkongress im deutschsprachigen Raum, der wieder auf dem Nürnberger Messegelände stattfand. Insgesamt 484 Referenten, 195 Vorträge, 88 Kurse, 46 Seminare und 29 Wet- und Drylabs machten die DOC 2026 zum eindrucksvollen Schaufenster der modernen Augenheilkunde.  

IOL, Myopie und KI im Fokus 

Inhaltlich spannte die Tagung unter der Leitung von Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer einen weiten Bogen durch alle Teilbereiche der Ophthalmochirurgie. Besonders hervorgehoben als zukunftsträchtige Themen wurde auf der offiziellen DOC-Pressekonferenz die „RALV“-Technologie, Das System mit dem Namen „Real Artificial Lens Vision“, ermöglicht Patienten erstmals den realen, physischen Blick durch verschiedene IOL-Modelle, versehen mit einer Wahrnehmung, wie die Linse später im Auge wirkt. Auf diese Weise können Nuancen des Sehkomforts schon vor einer Implantation ausprobiert werden – ein Paradigmenwechsel in der Patienten-Journey, der die Zufriedenheit erhöht.  Auch die Wirksamkeit von Spezialbrillengläsern für das Myopiemanagement bei Kindern und Jugendlichen wurde hervorgehoben – in Europa sei diese Methode evidenzbasiert wirksamer als Augentropfen mit Atropin, hieß es.  

Auf besonderes Interesse stieß das Symposium zum Einsatz Künstlicher Intelligenz unter dem Titel „KI in Augenheilkunde und Augenchirurgie“. Hier stellte Dr. Andrzej Grzybowski aus Polen stellte die Frage „Can we trust AI in ophthalmology?“ – vor dem Hintergrund ungeklärter Herausforderungen, wie möglicher Manipulationen, mangelnder Transparenz und dem Blackbox-Phänomen. David Lockington aus Glasgow widmete sich in seiner Keynote dem Thema chirurgische Ausbildung und KI.  

Ehrenlectures und Preisverleihungen 

Zu den Höhepunkten des Kongresses zählten die renommierten Ehrenlectures. Die DOC Innovators Lecture hielt Prof. Dr. Rohit Shetty aus Bangalore. Er stellte darin seine Erkenntnisse zu Biomarkern vor, die er aus dem Tränenfilm gewonnen hat. Unter anderem bestehe ein Zusammenhang von Entzündungsaktivität und dem Fortschreiten von Keratokonus. Entdeckt hat er außerdem, dass junge Patienten mit galoppierender Myopie unter Dopaminmangel leiden.  

Im Rahmen der Richard P. Kratz Lecture beleuchtete Dr. Yeo Tun Kuan vom Tan Tock Seng Hospital in Singapur Komplikationen und Spezialfälle der Kataraktchirurgie. Prof. Thomas Kohnen zeichnete in der DOC Ridley Lecture eine detaillierte Entwicklungsgeschichte der IOL von deren komplikationsreichen Anfängen bis zu den heutigen Innovationen und erinnerte sich darin auch an seine persönlichen Begegnungen mit deren Erfinder. Die Meyer-Schwickerath Lecture hielt Priv.-Doz. Dr. Silvia Bopp über die Machbarkeit ambulanter Netzhaut- und Glaskörperchirurgie in Deutschland. 

Bei den Preisverleihungen erhielt Prof. Berthold Seitz aus Homburg den DOC Forschungspreis 2026, wobei er in seiner Dankesrede sein Team hervor hob.  Der DOC Wissenschaftspreis Retina ging an Prof. Heinrich Heimann aus Liverpool. Den DOC Preis für Fort- und Weiterbildung nahm die designierte DOG-Präsidentin Prof. Anja Eckstein aus Essen entgegen. Die DOC Lecture hielt Prof. Stanislao Rizzo aus Rom, der den Einsatz von Amnionmembranen in der Netzhautchirurgie perfektioniert hat. Der Preis für das beste E-Poster ging an Dr. Sibylle Scholtz, die Erkenntnisse aus ihrem Buch „Eye Injuries in War“ dargestellt hatte. 

Rekorde auch bei Ausbildung und Praxis  

Ein wachsendes Angebot an Dry- und Wetlabs, zwölf neue Kurse sowie stark nachgefragte Rapid-fire- und Pro&Contra-Formate unterstrichen das Selbstverständnis der DOC als praxisnahe Fortbildungsplattform. Das OAP-Programm für ophthalmologisches Assistenzpersonal mit 40 Hauptvorlesungen, 48 Seminaren und 2 Wetlabs verzeichnete ebenfalls einen neuen Rekordzuspruch. Der nächste DOC-Kongress wird vom 10. bis 12. Juni 2027 wieder in Nürnberg stattfinden. 

Text von Rosemarie Frühauf.

Bild: Augenchirurgisches Wetlab im Rahmen der DOC 2026. Foto: DOC 

Erschienen in Concep Ophthalmologie 5_26

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