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GeBeDi: Digitalisierung im Gesundheitswesen muss Vertrauen verdienen

Ärztin zeigt einer älteren Patientin etwas auf einem Tablet

Quelle: © liberty - stock.adobe.com

GeBeDi: Digitalisierung im Gesundheitswesen muss Vertrauen verdienen

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mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Die Initiative „Gesundheit Besser Digitalisieren“ präsentiert ihre Vorschläge und bringt Thesen symbolisch an der Tür des Bundesgesundheitsministeriums an.

Mit einer Pressekonferenz und einer symbolischen Aktion vor dem Bundesgesundheitsministerium hat sich die Initiative „Gesundheit Besser Digitalisieren“ (GeBeDi) der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Gruppe vereint Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Patientenvertretungen sowie Expertise für Datenschutz und IT-Sicherheit. Ihr gemeinsames Ziel: eine Digitalisierung, die Behandlungen verbessert, Patientenrechte stärkt und im Alltag verlässlich funktioniert.

Zum öffentlichen Auftakt brachte die Initiative ihre Vorschläge in 95 Thesen formuliert an einer eigens mitgebrachten Holztür vor dem Ministerium an. Mit der Aktion richtet GeBeDi ihre Vorschläge sichtbar an die Gesundheitspolitik und lädt zur öffentlichen Diskussion über den weiteren Weg der Digitalisierung in der Medizin ein.

Drei Kernbotschaften: bessere Behandlung, selbstbestimmte Patienten, vertrauenswürdige Technik

Digitale Anwendungen müssen einen nachvollziehbaren Nutzen für die Versorgung haben. GeBeDi fordert deshalb Vorrang für einen verlässlichen Austausch behandlungsrelevanter Informationen, übersichtliche Befunde und Abläufe, die Behandelnde entlasten. Neue Anwendungen sollen gemeinsam mit den Menschen entwickelt werden, die sie nutzen, sowie ausreichend erprobt und unabhängig bewertet werden.

Ebenso zentral sind die Selbstbestimmung der Patienten und die ärztliche Schweigepflicht. Wer sensible Informationen im Vertrauen auf eine Behandlung mitteilt, muss nachvollziehen und wirksam beeinflussen können, wer diese Informationen erhält. Die Initiative kritisiert, dass Patienten schnell den Überblick darüber verlieren können, wo ihre Gesundheitsdaten auftauchen und für welche Zwecke sie verwendet werden. Gefordert werden verständliche Freigaben, gezielt begrenzte Zugriffsrechte und persönliche Unterstützung. Gute Versorgung muss auch Menschen offen stehen, die digitale Angebote nicht selbst nutzen können oder wollen.

Vertrauen braucht außerdem überprüfbare technische Grundlagen. GeBeDi schlägt vor, Behandlungsdaten grundsätzlich dezentral in der Verantwortung der Behandelnden zu halten und bei Bedarf kontrolliert in Echtzeit zugänglich zu machen. Für Notfälle sieht das Konzept eine mit vorheriger Zustimmung verfügbare Notfall- und Kurzakte vor. Unabhängige Sicherheitsprüfungen, nachvollziehbare Zugriffe und funktionierende Ausfallwege sollen sicherstellen, dass Vertraulichkeit und Versorgung auch unter schwierigen Bedingungen gewahrt bleiben.

Überzeugen statt verordnen und sanktionieren

Mit ihren Papieren zu Kernzielen und Voraussetzungen einer erfolgreichen Digitalisierung legt GeBeDi Vorschläge für eine Weiterentwicklung der bisherigen Wegs zur Digitalisierung im Gesundheitswesen vor. Die Initiative fordert Gesundheitspolitik, gematik und Anbieter auf, Behandelnde, Patientenvertretungen und unabhängige Fachleute dauerhaft und transparent einzubeziehen. Kosten, Nutzen, Risiken und Ergebnisse müssen öffentlich nachvollziehbar sein.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist nicht nur eine technische Aufgabe, sondern im gleichen Maß ein gesellschaftliches Großprojekt.

GeBeDi bietet dafür seine gemeinsame fachliche Mitarbeit an. Leitgedanke ist: Akzeptanz entsteht durch erkennbaren Nutzen, wirksame Rechte und verlässliche Technik.

Über GeBeDi

„Gesundheit Besser Digitalisieren“ ist eine Initiative aus Ärzteschaft, Patientenvertretung sowie Datenschutz und IT-Sicherheit. Sie setzt sich für eine bedarfsgerechte, sichere und selbstbestimmte Digitalisierung des Gesundheitswesens ein.

Mitglieder von GeBeDi sind:
Prof. Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit a.D.
Bianca Kastl, Ethische Hackerin und Expertin für Digitalisierung
Dr. Andreas Meißner, Psychiater, Psychotherapeut und Autor; Bündnis für Datenschutz und Schweigepflicht (BfDS)
Dr. med. Silke Lüder, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Delegierte der Ärztekammer Hamburg, stellvertretende Bundesvorsitzende des Berufsverbandes Freie Ärzteschaft e.V.
Dr. med. Stefan Streit, Kölner Arzt, Delegierter des deutschen Ärztetages und Aktivist zur Digitalisierung in der Medizin
Jan Kuhlmann, Hamburger Jurist, Vorsitzender Patientenrechte und Datenschutz e.V.
Dipl.-Psych. Dieter Adler, Psychoanalytiker, Psychologischer Psychotherapeut, Buchautor und Datenbank-Programmierer; 1. Vorsitzender des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW), seit vielen Jahren im Datenschutz aktiv
Arne Buß, Ingenieur, Patient und langjährig im Gesundheitsdatenschutz aktiv

Quelle: GeBeDi – Gesundheit Besser Digitalisieren

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