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Gesunde Ernährung verlangsamt Netzhauterkrankungen

Gesunde Ernährung verlangsamt Netzhauterkrankungen

Praxiswissen

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

4 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Eine mediterrane Kost kann das Fortschreiten häufiger altersassoziierter Augenerkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), des Grünen Stars und der diabetischen Retinopathie nachweislich verlangsamen. Ein DOG-Experte erklärt, worauf es ankommt.

„Wir wissen heute, dass die richtige Ernährungsweise nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern auch die Netzhaut schützen kann“, betont Professor Dr. Dr. med. Robert Patrick Finger, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim. Während sich die Forschung bisher häufig auf einzelne Lebensmittel oder Nährstoffe konzentrierte, lässt das Gesamtbild aller Studien inzwischen eine klare Aussage zu: Vor allem eine ausgewogene, mediterrane Ernährungsform entfaltet eine positive Wirkung. Dazu gehören unter anderem reichlich grünes Blattgemüse, Obst, Fisch, Olivenöl und Nüsse – in Kombination mit einer insgesamt kalorienbewussten Lebensweise.

Mediterrane Kost bremst AMD

Die AMD ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter. Hier konnte wissenschaftlich belegt werden, dass Ernährung ein beeinflussbarer Risikofaktor ist. „Patientinnen und Patienten, die sich mediterran ernähren, haben ein geringeres Risiko, an AMD zu erkranken oder von einer frühen Form in ein Spätstadium überzugehen“, berichtet Finger. Zusätzlich belegt die große Age-Related Eye Disease Study AREDS, dass einzelne Nährstoffe wie Lutein, Zeaxanthin, Zink und Omega-3-Fettsäuren das Fortschreiten der AMD in bestimmten Fällen bremsen können. „Solche Präparate sind aber kein Ersatz für eine gesunde Ernährung, sondern allenfalls eine sinnvolle Ergänzung für Patientinnen und Patienten im mittleren Stadium der Erkrankung“, so Finger.

Grüner Star: Verzicht auf Alkohol und Fertigprodukte

Das Glaukom ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Die Senkung des Augeninnendrucks ist der erste therapeutische Ansatz. Doch auch hier scheint Ernährung eine unterstützende Rolle zu spielen. „Besonders grünblättriges Gemüse, Omega-3-Fettsäuren, generell eine mediterrane Ernährungsweise sowie der Verzicht auf Alkohol und hochverarbeitete Lebensmittel scheinen das Erkrankungsrisiko zu verringern und das Voranschreiten zu verzögern“, berichtet der DOG-Experte. Interessant sei zudem, dass bestimmte Vitamine und Spurenelemente – etwa Vitamin A oder Vitamin B3 – vorbeugend wirken könnten. „Hierzu laufen derzeit klinische Studien“, erklärt Finger.

Frühe Ernährungsumstellung schützt die Netzhaut

Bei der diabetischen Retinopathie, einer häufigen Folge der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus, gehört die Ernährung schon lange zum festen Bestandteil der Diabetestherapie. „Neuere Studien zeigen, dass eine mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse und Fisch sowie eine reduzierte Kalorienaufnahme tatsächlich das Entstehen und Fortschreiten der Netzhauterkrankung verlangsamen kann“, sagt der Augenarzt. Besonders entscheidend sei dabei eine frühzeitige Ernährungsumstellung. „Wer von Anfang an konsequent auf eine gesunde Ernährung achtet, tut seiner Netzhaut den größten Gefallen“, so Finger.

Über Lebensstil stärker aufklären

In Deutschland sind insgesamt 15 Millionen Menschen von Augenleiden wie AMD, Glaukom oder diabetische Retinopathie betroffen. Für sie gilt: Gesunde Ernährung hat – ebenso wie regelmäßige Bewegung – in allen Fällen einen positiven Einfluss auf die Augengesundheit. „Wir Ärztinnen und Ärzte sollten Lebensstilhinweise künftig stärker in unsere Beratung einbinden“, rät Finger. Eine mediterrane Kost könne dabei nicht nur die Augen schützen, sondern insgesamt zur Vorbeugung altersassoziierter Erkrankungen beitragen.

Die DOG 2025, der Kongress der medizinisch-wissenschaftlichen Augenheilkunde, beginnt am 25. September und läuft bis zum 28. September 2025 im Berliner Estrel. Am 25. September findet auch die Kongress-Pressekonferenz vor Ort und online statt. Das Programm ist untenstehend gelistet, ebenso die Anmeldung.

Weiterführende Literatur:

  • Welzel et al. Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel beim Glaukom. Die Ophthalmologie [submitted].
  • Chronopoulos, Garzone, Finger. Risikomodifikation durch Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel bei diabetischen Augenerkrankungen. Die Ophthalmologie [submitted].
  • Mauschitz, Goerdt, Helbig, Holz, Finger, Brandl. Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel bei altersabhängiger Makuladegeneration. Die Ophthalmologie [submitted].

Quelle: Pressmitteilung der DOG, 18. September 2025

Bildquelle:© Aamulya – stock.adobe.com

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