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Pro-Retina-Forschungspreise 2023 verliehen

Porträtfotos von Caroline Brandl und Vyara Todorova

Pro-Retina-Forschungspreise 2023 verliehen

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Ophthalmologie

Sonstiges

3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Im Rahmen der DOG 2023 wurde PD Dr. med. Caroline Brandl am 30. September der klinische Forschungspreis 2023 der Pro Retina – Stiftung zur Verhütung von Blindheit, der Pro Retina Deutschland e.V. und der Retina Suisse verliehen. Vyara Todorova, Ph.D., erhielt den grundlagenwissenschaftlichen Forschungspreis. Die Auszeichnungen sind mit je 5.000 Euro dotiert.

Brandl wurde der klinischen Forschungspreis für zwei hochstehende und miteinander verbundenen Publikationen in der epidemiologischen Forschung zu Netzhauterkrankungen zuerkannt. In ihren epidemiologischen Arbeiten erarbeitete sie anhand von zwei Kohortenstudien nicht nur Inzidenz- und Progressionsschätzungen für altersbedingte Makuladegeneration (AMD) in Deutschland, sondern analysierte auch Risikofaktoren und suchte Biomarker für eine prädiktive Inzidenz von AMD. Einen solchen Biomarker konnte Brandl in der Regenerationszeit des Sehpigments nach Bleichung (Photostress) definieren. Eine verlängerte Regenerationszeit des Pigments deutet aufgrund ihrer Ergebnisse schon vor dem Erscheinen von erkennbaren Veränderungen am Augenhintergrund auf ein erhöhtes AMD-Risiko hin.

Die Preisträgerin hat an der Universität Regensburg Medizin studiert und promoviert. Ihre Habilitation zum Thema degenerativer Netzhauterkrankungen, deren Risikofaktoren und multimodaler Bildgebung folgte 2019 ebenfalls an der Universität Regensburg. Brandl forscht seit ihrer Ausbildung sehr erfolgreich und hat bereits 34 Originalarbeiten und acht Übersichtsartikel und Buchbeiträge publiziert. Daneben engagiert sie sich als Lehrkoordinatorin, Dozentin und Betreuerin von Promotionsarbeiten auch stark in der akademischen Ausbildung von Studierenden.

Prämierte Arbeiten:

Brandl C, Günther F, Zimmermann ME, et al. Incidence, progression and risk factors of age-related macular degeneration in 35–95-year-old individuals from three jointly designed German cohort studies. BMJ Open Ophth 2022;7:e000912. doi:10.1136/bmjophth-2021-000912.

Brandl C, Zimmermann ME, Herold JM, et al. Photostress Recovery Time as a Potential Predictive Biomarker for Age-Related Macular Degeneration. Transl Vis Sci Technol. 2023 Feb 1;12(2):15. doi: 10.1167/tvst.12.2.15.

Zelluläre Antworten auf hypoxische Bedingungen im Auge

Vyara Todorova, Ph.D. wurde der grundlagenwissenschaftliche Forschungspreis
für ihre hervorragenden Arbeiten im Bereich der zellulären Antworten auf hypoxische Bedingungen im Auge und die entsprechenden Konsequenzen für die Netzhaut und insbesondere den Sehzellen zuerkannt. Die Preisträgerin hat 2021 im Labor für Zellbiologie der Netzhaut an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich zum Thema der metabolischen Konsequenzen einer chronischen Aktivierung der Hypoxie-induzierten Transkriptionsfaktoren HIF1 und HIF2 promoviert. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten hat sie im gleichen Labor als Postdoc bis 2022 weitergeführt und zum Abschluss gebracht. Der Preis wird Todorova für ihre Hauptarbeit verliehen, in der sie gezeigt hat, dass eine chronische Antwort auf Hypoxie zu starken Defiziten im Krebszyklus und in der oxidativen Phosphorylierung in den Mitochondrien der Sehzellen führt. Mit mehreren genetisch veränderten Mausmodellen zeigte sie, dass ein funktionierender Krebszyklus für das Überleben der Stäbchen wichtiger ist als eine effiziente oxidative Phosphorylierung. Anhand von eingebrachten molekularen Nanosensoren, die mittels der 2-Photonen Mikroskopie visualisiert wurden, demonstrierte Todorova zudem einen außergwöhnlich schnellen Abbau von Glukose in den Stäbchen. Dieser Abbau ist um ein Vielfaches schneller als in den Neuronen der inneren Netzhaut. Weitere Arbeiten zur Hypoxie in der Netzhaut und anderen für Netzhautdegenerationen relevanten Aspekten haben zu acht weiteren Publikationen mit Todorova als Haupt- oder Koautorin geführt.

Prämierte Arbeit:

Todorova V, Stauffacher MF, Ravotto L, et al. Deficits in mitochondrial TCA cycle and OXPHOS precede rod photoreceptor degeneration during chronic HIF activation. Mol. Neurodegen. (2023) 15:15. doi: 10.1186/s13024-023-00602-x.

Quelle: Pro Retina Deutschland e. V.

Bildquelle: Pro Retina/privat

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