Ophthalmologie » Sonstiges

»

„Unschlagbar positiv“

Gruppenbild der Augenchirurginnen mit Referentin Claudia Kleinert

„Unschlagbar positiv“

Kongress

Ophthalmologie

Sonstiges

3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Unter diesem Motto hatten die Augenchirurginnen anlässlich der AAD 2023 zu einer abendlichen Veranstaltung eingeladen. Kern war ein Vortrag von Claudia Kleinert mit anschließender Diskussion: „Unschlagbar positiv“ sei, wer Charisma habe, und daran könne man gezielt arbeiten, so die als Wetter-Moderatorin bekannte Coachin und Autorin. Zudem bot der Abend den Ophthalmologinnen reichlich Gelegenheit zum Netzwerken.

Kann man Charisma lernen? Wenn ja, wie? Man könne eine Reihe von Schubladen öffnen, damit man beim jeweiligen Gegenüber seine Wirkung bewusst steuern und auch hervorrufen könne, so Kleinert. Bekannt ist sie als Wettermoderatorin aus dem ARD-Fernsehen, doch die ausgebildete Bankerin und Diplom-Betriebswirtin moderiert seit vielen Jahren Sendungen fürs Fernsehen und Veranstaltungen für Unternehmen. Zudem führt sie Mitarbeiterschulungen, Führungskräfte-Trainings und Coachings durch. Sie selbst bezeichnet sich als Expertin für Ausstrahlung und Wirkung mit einer Leidenschaft für das Präsentieren.

Charisma kann man lernen

Dass diese Leidenschaft ihr Antrieb ist, merkte frau auch bei ihrem kurzweiligen Vortrag vor den Augenchirurginnen. Alle seien gut in ihrem Fach (der Augenheilkunde), stellte Kleinert zunächst fest – aber das müssten sie auch rüberbringen. Eine charismatische Persönlichkeit, wie Kleinert sie definiert, gewinne im Laufe ihres Lebens immer mehr an Wirkung und Ausstrahlung, insbesondere wenn sie sich regelmäßig hinterfrage und an sich und ihrer Wirkung arbeite, schreibt sie auch in ihrem Buch (Titel: Unschlagbar positiv). Kleinerts Konzept der Charisma-Formel umfasst die gezielte Arbeit an allen Bereichen, die daran beteiligt sind: Sprache, Gestik, Mimik, Stimme, Stimmlage – und die Art und Weise, wie kommuniziert wird. Dies geschehe im Idealfall strukturiert und zugleich bildhaft, fantasievoll und sowohl begeistert als auch begeisternd.

Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen

An den lebhaften Vortrag schloss sich eine ebenso lebhafte Diskussion mit der Referentin an. Ort der Veranstaltung war der Klosterhof im Maxhaus in der Düsseldorfer Altstadt. Das Bistro im glasüberdachten Innenhof eines ehemaligen Franziskanerklosters bot ein außergewöhnliches Ambiente und einen schönen Rahmen für den Prosecco-Empfang zur Begrüßung und das Get-together mit Fingerfood nach dem Vortrag.

Prof. Dr. Sabine Aisenbrey, Vorsitzende des Vereins der Augenchirurginnen, und Vorstandsmitglied Dr. Stefanie Schmickler begrüßten zahlreiche Teilnehmerinnen – „gestandene“ Augenchirurginnen ebenso wie junge Ärztinnen, die das Operieren noch lernen wollen. In angeregten Diskussionen wurden Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft.

Fazit: ein gelungener Abend nach einem anstrengenden Kongresstag – motivierend und inspirierend.

Das Netzwerk der Augenchirurginnen e.V.

Mittlerweile sind knapp 50 Prozent der Ophthalmologen weiblich, aber lediglich um die 25 Prozent schaffen den Sprung in die Ophthalmochirurgie. Fehlende Karrierechancen, der Mangel an weiblichen Vorbildern, die Nicht-Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein unzureichender Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen sind Herausforderungen, denen sich Augenärztinnen auf ihrem Weg in die Augenchirurgie stellen müssen. Ziel des Vereins Die Augenchirurginnen e.V. ist die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Augenheilkunde, speziell in der chirurgischen Tätigkeit, in Führungspositionen und in der Forschung. Der Verein möchte einen Beitrag dazu leisten, die Zahl der operierenden Augenärztinnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz langfristig zu steigern und die Ophthalmochirurgie für die Zukunft zu rüsten.

Die Augenchirurginnen stehen für den Erfahrungs- und Informationsaustausch, die persönliche Begegnung sowie die Weitergabe von praktischem (operativem) Wissen. Zum Programm gehören neben dem Networking u.a. Mentoring-Programme, die Durchführung von Fortbildungen, Wetlabs und wissenschaftlichen Veranstaltungen, Hospitationsangebote und Förderprogramme.

Weitere Informationen: www.augenchirurginnen.de

Bericht und Foto: Susanne Wolters

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Porträt von Prof. Volker Busskamp.

Medizin-Nobelpreis 2026: Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt

Aktuelles

Die mit dem Medizin-Nobelpreis 2026 ausgezeichnete Optogenetik eröffnet neue Möglichkeiten für die Analyse neuronaler Netzwerke und degenerativer Netzhauterkrankungen. Prof. Volker Busskamp ordnet die Bedeutung der Technologie für die ophthalmologische Forschung ein.

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

Beitrag lesen
Eröffnungsveranstaltung des DOG-Kongresses 2026 zum Leitthema „Augenheilkunde ohne Grenzen“.

Grenzenlos vernetzt: DOG 2026 setzt Impulse für bessere Versorgung

Kongress

Mit 4.657 Teilnehmenden stand die DOG 2026 ganz im Zeichen der internationalen Zusammenarbeit. Unter dem Motto „Augenheilkunde ohne Grenzen“ diskutierten Teilnehmende neue Wege für Vernetzung, Wissenstransfer und zukunftsorientierte Patientenversorgung.

Ophthalmologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Die Albrecht-von-Graefe-Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die DOG vergibt und wird laut Statuten alle zehn Jahre „demjenigen zuerkannt, der sich unter den Zeitgenossen – ohne Unterschied der Nationalität – die größten Verdienste um die Förderung der Ophthalmologie erworben hat.“ Die Auswahl erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren und wurde durch die DOG-Mitgliederversammlung bestätigt. Albrecht von Graefe entwickelte 1857 eine neue Operationsmethode bei Grünem Star. Erster Träger der Albrecht-von-Graefe-Medaille war 1886 Hermann von Helmholtz, der den Augenspiegel zur Untersuchung des Augeninneren erfand. In 2016 wurde die Albrecht-von-Graefe-Medaille zuletzt an Professor Dr. med. Dr. h.c. mult. Eberhart Zrenner für seine Forschungsarbeiten zur Netzhautfunktion sowie für die Entwicklung des elektronischen Retina-Implantats verliehen, das blinden Menschen mit Retinitis pigmentosa ein orientierendes Schwarz-Weiß-Sehen ermöglicht.

DOG verleiht Alan Bird die Albrecht-von-Graefe-Medaille

Kongress

Die DOG hat den britischen Retina-Spezialisten Alan C. Bird mit der Albrecht-von-Graefe-Medaille ausgezeichnet. Die höchste Ehrung der Fachgesellschaft würdigt seine wegweisenden Beiträge zur Erforschung von Netzhauterkrankungen und zur modernen Retina-Medizin.

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

Beitrag lesen