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Uveitis-Zentrum eröffnet an der Universitätsmedizin Mannheim

Uveitis Zentrum Mannheim Eröfffnung

Quelle: ©UMM

Uveitis-Zentrum eröffnet an der Universitätsmedizin Mannheim

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Uveitis und Immunologie

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Deutschland hat einen neuen Forschungs-HUB zur Uveitis: Eingerichtet wurde er an der Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), ermöglicht durch eine großzügige Förderung der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in Höhe von 2,5 Mio. Euro. Das gleichnamige Uveitis-Zentrum wurde am 29. Juli 2026 eröffnet. Damit sind sowohl ein breites Portfolio an Forschungsprojekten als auch die weitere kontinuierliche Sammlung qualitativ hochwertiger Daten zu dieser seltenen, aber tückischen entzündlichen Augenerkrankung im Rahmen des Uveitis-Registers TOFU (Treatment Exit Options For non-infectious Uveitis) gesichert.

Leitlinien in Aussicht

„Vor allem wird sich das Zentrum damit befassen, die richtigen Schlüsse aus den durchgeführten Projekten und gesammelten Daten zu ziehen und daraus Leitlinien zu entwickeln, um bestmögliche Behandlungsergebnisse mit möglichst wenig Nebenwirkungen bei der oft langfristig notwendigen Immunsuppression zu ermöglichen“, erklärt Professor Dr. Dr. Robert P. Finger, Direktor der Augenklinik der UMM.

Uveitis ist eine Gruppe von seltenen, entzündlichen Erkrankungen im Inneren des Auges, die häufig zu Sehverlust und Erblindung führen. Die Entzündung kann dabei von verschiedenen Teilen der Gefäßhaut ausgehen – ausgelöst zum Beispiel durch Viren oder Bakterien. Die meisten Fälle werden jedoch nicht-infektiös durch Autoimmunerkrankungen verursacht. Wenn körpereigene Abwehrzellen gesundes Gewebe im Auge angreifen, setzen sie damit Prozesse in Gang, die zu Schwellungen und Schäden an der empfindlichen Gefäßhaut führen können.

Die nicht-infektiöse Uveitis verläuft häufig chronisch und trifft besonders Menschen im mittleren Alter. Schwere Verläufe der chronischen Form benötigen immer langfristige Immunsuppression. Dafür gibt es allerdings nur wenige zugelassene Medikamente und keine evidenzbasierten Empfehlungen, wann eine Therapie reduziert oder ausgeschlichen werden kann.

Welche Daten sind im TOFU-Register?

Mit dem Ziel, die Behandlungsergebnisse von Patienten mit nicht-infektiöser Uveitis der hinteren Augenabschnitte zu verbessern und den Sehverlust durch Uveitis zu reduzieren, wurde in den vergangenen sechs Jahren das Uveitis-Register TOFU aufgebaut, in dem Krankheitsverläufe von Uveitis-Patienten langfristig erfasst werden und insbesondere auch das Ausschleichen bzw. Absetzen der immunmodulierenden Medikamente dokumentiert wird. Die erhobenen Daten dienen dazu, Empfehlungen für Therapieleitlinien zu erarbeiten, und damit auch eine bessere Standardisierung der Uveitis-Therapie zu erzielen. Berücksichtigt wird bei der Erhebung der Daten auch die Lebensqualität der teilnehmenden Patienten.

Neben einer Reihe von Forschungsprojekten zu bildbasierten Biomarkern, Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieansprechen werden im Schwiete Uveitis-Zentrum die Uveitis-Registerdaten erforscht und daraus Leitlinien entwickelt, die zu einer höheren Standardisierung der Therapie und besseren Ergebnissen führen sollen. „Die Daten werden uns unter anderem Aufschluss darüber geben, wann wir gefahrlos eine medikamentöse Therapie beenden können. Wir gehen stark davon aus, dass damit unnötig lange, belastende Therapien vermieden werden, die heute noch häufig sind, da es keine verlässlichen Daten dazu gibt“, sagt Professor Finger. „Dazu trägt auch unsere Forschung zu neuen, bildbasierten Biomarkern bei, mit denen wir die Entzündungsaktivität besser quantifizieren und Therapien steuern können“, ergänzt Dr. med. David Fink, M. Sc..


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Robert P. Finger
Direktor der Augenklinik, Universitätsmedizin Mannheim

Kontakt: Jasmin.Kaufmann@umm.de (Assistenz)

Quelle: UMM

Bild: Eröffnung des Zentrums (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender Klinikverbund HD-MA, Dr. Jürgen Staiger, Vorstand Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung, Prof. Dr. Dr. Robert P. Finger, Augenklinik UMM, Prof. Dr. Maurice S. Michel, ÄD UMM

Foto: UMM

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