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Mit einer Reha zum Normgewicht: Wunschdenken oder Realität?

Übergewichtiger Junge steht auf einer Waage

Quelle: © New Africa – stock.adobe.com

Mit einer Reha zum Normgewicht: Wunschdenken oder Realität?

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Erschienen in: pädiatrische praxis

»Reha heißt das Zauberwort …« – mit diesem Slogan wirbt die Deutsche Rentenversicherung für stationäre Rehabilitationsleistungen für Kinder und Jugendliche. Aber wie sehen die Versorgungsrealität und die Datenlage für die Kinder und Jugendlichen mit Adipositas in Deutschland aus? Kann eine Rehabilitation auch für sie »zaubern«?

Zusammenfassung

Bei gleichbleibender Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas in den letzten 15 Jahren scheinen nach vorliegenden Daten aus der Versorgungsforschung immer weniger von ihnen eine leitliniengerechte, multimodale Therapie zu erhalten. Im Bereich der stationären Rehabilitation kann festgestellt werden, dass immer mehr Leistungen für (jüngere) begleitete als für (ältere) unbegleitete Patientinnen und Patienten erbracht werden. Dadurch sinken das mediane Alter und die Therapiedauer. Auf der anderen Seite steigt das Ausmaß der Adipositas zu Beginn einer Therapie und es gibt mehr psychische Begleiterkrankungen, bzw. wird die Adipositas zur Nebendiagnose bei psychischen Störungen. Das alles sind Faktoren, die die Erfolge insbesondere der stationären Rehabilitation im Hinblick auf den BMI schrumpfen lassen. Mit einer Reha das Normgewicht zu erreichen, ist Wunschdenken. Für nachhaltige Erfolge bedarf es einer veränderten Sichtweise auf die chronische hypothalamische Erkrankung Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und langfristiger multimodaler Behandlungsketten, die individualisiert geplant werden. Dazu gehören ambulante Patientenschulungen ebenso wie stationäre Rehabilitationsleistungen und Nachsorgen, neben weiteren Therapien, die ggf. nicht primär auf die Adipositas abzielen. Die Ergebnisse verdeutlichen auch den Bedarf an stabilen Versorgungsstrukturen und einer verbesserten sektorenübergreifenden Dokumentation, um entsprechende Behandlungsketten künftig adäquat abbilden und bewerten zu können.

Autorinnen: I. Gellhaus, S. Schmid, K. Heber, F. Neugebauer, N. Volmer-Berthele, S. Lanzinger

Der Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in pädiatrische praxis 2026; 104 (2): 240–253.

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