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BvDU warnt vor staatlichem Eingriff in die ärztliche Freiberuflichkeit

Aertzin sitzt nachdenklich vor Laptop – BvDU warnt vor staatlichem Eingriff in die aerztliche Freiberuflichkeit

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BvDU warnt vor staatlichem Eingriff in die ärztliche Freiberuflichkeit

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: UroForum

Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) warnt Patientinnen und Patienten vor einer Verschlechterung ihrer Versorgung. Gerade für chronisch Kranke und ältere urologische Patientinnen und Patienten ist die geplante Patientensteuerung ein Desaster. Die aktuellen Forderungen, dass Fachärzte mehr Termine frei geben sollten, entbehren jeglicher rechtlichen Grundlage und sind ein Eingriff in die Freiberuflichkeit der Ärzteschaft.

„Wenn Patientinnen und Patienten nach dem Willen von Regierung und Kassen künftig zur Ersteinschätzung erst über den Weg zum Hausarzt oder via Telemedizin Hilfe in Anspruch nehmen müssen, nach dem Motto „Scotti, beam meine gesundheitlichen Probleme up an die richtige Stelle, welche auch immer das sein mag und beam mir einen freien Termin aus den unzähligen Terminsternen am Himmel, selbstverständlich wohnortnah, dann ist das fern jeder Realität“, so der BvDU-Vorstand. Ambulante Praxen gehören Ärztinnen und Ärzten. Der gesetzliche Auftrag, den Praxen leisten müssen, beträgt exakt 20 Stunden pro Woche. Extrabudgetär sind weitere 5 Stunden vereinbart, die Ärzten im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) eine zusätzliche Vergütung schafft für zusätzliche Sprechstunden. Das sind 25 Stunden pro Woche, die sie gesetzlich leisten müssen. Nicht weniger. Nicht mehr. Was Ärztinnen und Ärzte in ihrer verbleibenden Zeit machen, ist ihre Entscheidung, so der BvDU.

BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa verurteilt Termin-Diktate als Eingriffe in die Freiberuflichkeit. (Foto: Redaktion)
BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa verurteilt Termin-Diktate als Eingriffe in die Freiberuflichkeit. (Foto: Redaktion)

„Die Praxis gehört nicht dem Staat. Nicht dem BMG. Nicht den Versicherungen. Sie gehört Ärztinnen und Ärzten. Dafür tragen sie das Risiko der Selbständigkeit mit allem, was diese beinhaltet: Verantwortung für ihre Mitarbeitenden, Zahlung der Löhne, Finanzierung der Praxis und all ihrer Geräte, ihre eigene Arbeitskraft und Expertise und das Risiko einer Privat-Insolvenz“, unterstreicht der BvDU.

Die aktuellen Diskussionen über angeblich freie Termine, die Ärztinnen und Ärzte nur weiterleiten müssten, sind aus BvDU-Sicht derart fernab jeder Versorgungsrealität, dass Ärztinnen und Ärzte nur den Kopf schütteln können.

„Regierung und Versicherungen schüren den Eindruck, Ärztinnen und Ärzte säßen däumchendrehend, zusammen mit ihren Mitarbeitenden, chillend in ihren Praxen, statt Termine zu vergeben, die sie wie Sterne am Firmament in unbegrenzter Zahl zur Verfügung hätten“, empört sich der Vorstand des Berufsverbands. „Da sie innerhalb des gesetzlichen Auftrags so viel Geld scheffelten, könnten sie weitere Stunden so was von locker aus eigener Tasche zahlen.“

„Nichts Anderes wäre es, wenn dieser Zusatz an Arbeit budgetiert vergütet würde,“ so BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa. „Der Zero Pay Day, ab dem Ärztinnen und Ärzte keine Vergütung mehr bekommen aus der gesetzlichen Versicherung, läge dann nicht im November, sondern begänne Ende des Sommers. Endlich wüssten wir, was wir tun können mit unserer Zeit: Nach 60 Stunden in der Praxis abends Hausbesuche machen, statt spazieren gehen im eh immer trüben Herbst. Die paar Tage mit leuchtenden Farben werden sowieso überschätzt!“

Die aktuellen Forderungen, dass Fachärzte mehr Termine frei geben sollten, entbehren jeglicher rechtlichen Grundlage und sind ein Eingriff in die Freiberuflichkeit der Ärzteschaft, so Dr. Belusa. Eine Terminvermittlung löst das grundsätzliche Problem zudem nicht. „Sie löst weder die Zahl der Patienten (sie werden demografisch mehr) oder die Zahl der Patientenkontakte (sie werden mehr), noch die Zahl der Ärztinnen und Ärzte (sie werden demographisch weniger) oder die Zahl des medizinischen Fachpersonals (es wird weniger)“, so Dr. Axel Belusa, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologie. Der BvDU fordert eine kluge und verlässliche Steuerung der Patienten in der Politik und allen Gremien der Selbstverwaltung ein. Über den Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte werden diese, zusammen mit den fachärztlichen Positionen weiterer Verbände, bei den relevanten Gremien platziert.

Quelle: Berufsverband der Deutschen Urologie e.V.

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