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Checkpoint-Inhibitoren: Nur etwa jeder achte Krebspatient spricht auf die Substanzen an

Checkpoint-Inhibitoren: Nur etwa jeder achte Krebspatient spricht auf die Substanzen an

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Erschienen in: UroForum

Der Gebrauch von Checkpoint-Inhibitoren in der Onkologie hat stark zugenommen mit derzeit 6 Präparaten für 14 Indikationen. Der Anteil aller Krebspatienten, die auf die neuen Medikamente ansprechen, liegt aber derzeit laut einer aktuellen Studie unter 13 %.

Das Prinzip der Immuncheckpoint-Hemmung gilt als einer der größten Fortschritte bei der Therapie von Krebserkrankungen in den vergangenen Jahren. In mehreren klinischen Studien wurden damit teils erhebliche Verlängerungen der Überlebenszeiten dokumentiert. Noch ist unklar, welcher Anteil der Patienten von der neuen Medikamentenklasse profitiert. Ziel der in JAMA vorgestellten Untersuchung war es, den Anteil von Krebspatienten abzuschätzen, die in den USA dort zugelassene Immuncheckpoint-Inhibitoren erhalten, und davon profitieren. Dazu wurden aus öffentlich zugänglichen Daten die demographischen Merkmale von Patienten mit fortgeschrittenen und metastasierten Krebserkrankungen mit Zulassungsdaten für den Zeitraum 2011 – 2018 sowie mit Ansprechraten und Einschlusskriterien aus Studien zusammengeführt.

Zwischen den Jahren 2001 und 2018 wurden 6 Immuncheckpoint-Inhibitoren zugelassen: Ipilimumab, Nivolumab, Pembrolizumab, Atezolizumab, Avelumab und Durvalumab. Die Zulassungen wurden erteilt für 14 Indikationen: Neben Nierenzellkarzinom und (urothelialem) Blasenkarzinom betrifft dies auch: Melanom, Hepatozelluläres Karzinom, kleinzelliger Lungenkrebs, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Hodgkin-Lymphom, Plattenepithelkarzinom von Kopf und Hals, Merkelzell-Karzinom, kolorektale und andere Karzinome mit Microsatelliten-Instabilität, Magenkrebs, Zervixkarzinom und primär mediastinales B-Zell-Lymphom. Der Anteil der Patienten, die für eine Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren in Frage kommen, hat sich von 1,54 % im Jahr 2011 auf 43,63 % im Jahr 2018 erhöht. Der Anteil von Krebspatienten, die auf Checkpoint-Inhibitoren ansprechen, hat sich von anfänglich 0,14 % (2011) über 5,86 % (2015) auf geschätzt 12,46 % (2018) erhöht.

Weniger als 13 % der Krebspatienten in den USA (und vermutlich ein ähnlicher Anteil in Deutschland) profitiert aktuell von der neuen Medikamentenklasse der Immuncheckpoint-Inhibitoren. Die Autoren nennen dies „bescheiden“, berichten aber im Vergleich dazu für die ebenfalls neuen „Genom-basierten“ Therapien eine Ansprechrate von weniger als 5 %.  Diese Zahlen sollten Politikern, Journalisten und Ärzten zu realistischeren Diskussionen verhelfen, heißt es weiter.

Literatur: Haslam A, Prasad V. Estimation of the Percentage of US Patients With Cancer Who Are Eligible for and Respond to Checkpoint Inhibitor Immunotherapy Drugs. JAMA Netw Open. 2019 May 3;2(5):e192535. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2019.2535.

Quelle: Univadis/Michael Simm

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