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Europäischer Gesundheitsdatenraum soll mehr Kontrolle ermöglichen

Stethoskop auf einer europäischen Flagge, symbolisch für Gesundheitspolitik in Europa.

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Europäischer Gesundheitsdatenraum soll mehr Kontrolle ermöglichen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: UroForum

Auf dem Berliner Forum der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wurden aktuelle Fragen rund um den Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) diskutiert. Durch umfassende Digitalisierung und Datennutzung soll die medizinische Versorgung für EU-Bürgerinnen und -Bürger über die einzelnen Ländergrenzen hinweg verbessert werden. Außerdem soll der weltweit größte Datenschatz von Gesundheitsdaten entstehen.

AWMF-Präsident Prof. Rolf-Detlef Treede will die Datenqualität im EHDS sicherstellen. (Foto: AWMF)
AWMF-Präsident Prof. Rolf-Detlef Treede will die Datenqualität im EHDS sicherstellen. (Foto: AWMF)

Der EHDS verfolgt zwei zentrale Nutzungspfade: In der Primärnutzung sollen EU-Bürgerinnen und -Bürger mehr Kontrolle über sowie Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten haben. Gleichzeitig soll die Gesundheitsversorgung über Ländergrenzen hinweg durch einen sicheren und vereinheitlichten Austausch von Gesundheitsdaten viel effizienter werden: Ärztinnen und Ärzten soll es auch im EU-Ausland möglich sein, auf wichtige Diagnosedaten zuzugreifen, und Bürgerinnen und Bürger sollen ihre eRezepte in jeder Apotheke innerhalb der EU einlösen können.

Zugleich soll der EHDS – in der sogenannten Sekundärnutzung – Forschung und Innovation in Europa stärken: Mit pseudonymisierten Gesundheitsdaten von bis zu 450 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürgern könnte er einer der weltweit größten Gesundheitsdatenpools werden – mit enormem Potenzial für die Erforschung von Krankheiten und der Entwicklung neuer Therapien.

„Aktuell stehen wir noch vor zahlreichen Herausforderungen – etwa bei der Interoperabilität, also der Notwendigkeit, die verschiedenen Kodier- und Abrechnungssysteme der Länder für den Datenaustausch kompatibel zu machen“, unterstrich AWMF-Präsident Prof. Rolf-Detlef Treede in Berlin. „Aus Sicht der AWMF besteht derzeit eine der zentralen Herausforderungen und Anliegen darin, die Datenqualität sicherzustellen: Nur valide und für die medizinische Behandlung und Forschung relevante Daten sollten gespeichert und genutzt werden. Abrechnungs- und Erlösdaten, welche auf die medizinische Behandlung keinen Einfluss haben sollten, sollen nicht berücksichtigt werden.“

Franz-Günter Runkel

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