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Funktionelle Urologie: Zwischen Ressourcenknappheit und Leitlinien

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Funktionelle Urologie: Zwischen Ressourcenknappheit und Leitlinien

Kongress

Urologie

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: UroForum

Die funktionelle Urologie in Zeiten knapper Ressourcen, DiGAs als mögliche neue konservative Therapie und die Frage, ob eine OP bei Belastungsinkontinenz für alle Betroffenen infrage kommt – die Themen der Sitzung „Funktionelle Urologie im Fokus“ waren vielfältig.

Zum Aspekt der Ressourcenknappheit führte PD Dr. Martin Baunacke, Dresden, aus, dass diese die funktionelle Urologie verdränge, was man an den Beispielen der Inkontinenztherapie, der Urodynamik und auch der Ausbildung sehen könne. Allerdings seien auch die Kosten des Nichtbehandelns in der funktionellen Urologie relevant, so Baunacke. Wichtig sei es, Sichtbarkeit zu schaffen, etwas durch Lobbyarbeit, Einbettung in große Krankheitsbilder, Versorgungsforschung sowie eine digitale Basisversorgung.

Vor- und Nachteile von MRT und PFS

Um unsichtbare Funktionsstörungen sichtbar zu machen, stehen die funktionelle MRT und die Pelvic-Floor-Sonographie (PFS) zur Verfügung – beides vorgestellt von PD Dr. Maren Wenk, Mannheim. Ihr zufolge habe die Sonographie die Vorteile der günstigen und schnellen Untersuchung in Echtzeit, keine Strahlung, die physiologische Durchführung sowie die mögliche Darstellung von synthetischen Netzen und Bändern. Die Nachteile seien die Untersucherabhängigkeit, die begrenzte Reproduzierbarkeit, die schlechte Darstellung von biologischen Netzen und die fehlende breite Verfügbarkeit von 3D- und 4D-Darstellungen. Und auch die funktionelle MRT habe Vor- und Nachteile, erklärte Wenk. Von Vorteil seien die Darstellung aller drei Kompartimente in einer Untersuchung, die Organbeziehung in Bewegung, der gute Weichteilkontrast, die fehlende Strahlenexposition und die Wiederholbarkeit. Demgegenüber stünden die fehlende Darstellung bindegewebiger Defekte, die Oberserver-Abhängigkeit, die fehlende Darstellbarkeit von Bandmaterial und das Problem des „dominierenden“ Prolapsanteils. Zu guter Letzt sei die funktionelle MRT unphysiologisch und meist sehr unangenehm für die Betroffenen, so Wenk abschließend.

Digitale Anwendungen können helfen

Dass DiGAs und Gesundheitsapps durchaus ihren Teil zu einer funktionierenden Therapie beitragen können, machte PD Dr. Verena Lieb, Erlangen, deutlich. Dazu stellte sie zum einen die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüften und im DiGA-Verzeichnis gelisteten Anwendungen Kranus Mictera, INKA und Kranus Lutera vor, zum anderen erläuterte sie aber auch noch weitere Apps im Bereich der funktionellen Urologie, die einen Nutzen haben könnten und auch teilweise von Krankenkassen erstattet würden. Dazu zählten Uroletica, FEMANEA, Pelvina, PelvicFlow und Keleya. Wichtig sei jedoch immer, so Lieb, abzuwägen, für wen solche Anwendungen oder DiGAs tatsächlich geeignet seien – vor allem bzgl. der Adhärenz und nicht zuletzt wegen derzeit teilweise noch sehr hoher Kosten.

Nicht „eine für alle“

Die Frage, ob eine OP bei Belastungsinkontinenz „für alle“ gelten sollte, müsse – wenn man nach der aktuellen Leitlinie gehen würde – klar mit JA beantwortet werden, so Prof. Dr. Christian Hampel, Erwitte. Er führte aber auch aus, weshalb das aus seiner Sicht so nicht stimmen könnte. Neben anatomischen Gegebenheiten rund um die Blase könnten diesbezüglich u.a. auch Alter, BMI oder eine mögliche Diabeteserkrankung eine Rolle spielen. Umso wichtiger sei eine intensive präoperative Differentialidagnostik inkl. der Objektivierung der beklagten Beschwerden, der Subtypendifferenzierung, der Bestätigung bzw. dem Ausschluss von Komorbiditäten, der Schwergradeinteilung, der Ursachenforschung, der Therapieplanung, der Verlaufs- und Erfolgskontrolle der Therapie sowie der Dokumentation evtl. auftretender Komplikationen. Unnötig sei die Diagnostik Hampel zufolge dagegen, wenn kein Untersuchungsziel erreicht werde, man ausschließlich redundante Ergebnisse erhalte, die Entscheidungsfindung nicht beeinflusst würde, die Invasivität der Untersuchung die der Therapie übersteige und wenn die Diagnostik sowieso keine Differentialindikationen oder Therapiealternativen eröffne.

Quelle: Forum „Funktionelle Urologie im Fokus“ anlässlich des 78. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), Düsseldorf, 17. September 2026

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