Urologie » Urogenitale Tumoren » Urothelkarzinom und Harnblasenkarzinom

»

Genetisch veränderter BCG-Impfstoff könnte Blasenkrebs-Rezidive verhindern

Genetisch veränderter BCG-Impfstoff könnte Blasenkrebs-Rezidive verhindern

Aktuelles

Urologie

Urogenitale Tumoren

Urothelkarzinom und Harnblasenkarzinom

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Forscher des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin haben den Tuberkulose-Impfstoff BCG genetisch so verändert, dass er das Abwehrsystem gezielter stimuliert. Nun hat sich in einer klinischen Studie mit Blasenkrebspatienten gezeigt, dass bei fast der Hälfte der Patienten, die zuvor nicht auf die BCG-Therapie ansprachen, eine Therapie mit VPM1002 ein Wiederauftreten der Tumoren erfolgreich verhindern kann.

Der bereits in den 1920er Jahren eingeführte Tuberkulose-Impfstoff Bacille Calmette-Guérin (BCG) enthält abgeschwächte Erreger der auch auf den Menschen übertragbaren Rinder-Tuberkulose. In Tests in den 1970er Jahren zeigte sich BCG gegen Blasenkrebs wirksam, einer der häufigsten Tumorerkrankungen in Europa.

Stefan Kaufmann vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin hat zusammen mit Kollegen den BCG-Impfstoff weiterentwickelt. Die Forscher veränderten die abgeschwächten Tuberkulose-Bakterien so, dass sie besser vom Immunsystem erkannt werden. „Der neue Impfstoff VPM1002 wird wie BCG von Fresszellen des Immunsystems aufgenommen, die daraufhin ihre Ziele – Tuberkulose-Bakterien und Krebszellen – besser erkennen können“, erklärt Kaufmann.

In einer Phase-II-Studie wurden Blasenkrebs-Patienten behandelt, bei denen der Krebs nach einer Entfernung des Tumors und anschließender Standard BCG-Therapie wieder zurückgekehrt war. „Über 49 % der mit VPM1002 behandelten Patienten waren nach 60 Wochen in der Blase tumorfrei“, sagt VPM1002-Mitentwickler Leander Grode. Diese Patienten könnten somit einer Zystektomie entgehen.

Quelle: IdW – Informationsdienst Wissenschaft
Bildquelle:© MPI für Infektionsbiologie – CF Microscopy / Volker Brinkmann

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Yeivaz - stock.adobe.com

Adipositas und Systemtherapie beim Prostatakarzinom

Aktuelles

Adipositas war in einer retrospektiven Studie bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom mit einem ungünstigeren Überleben unter systemischer Therapie verbunden. Die zugrunde liegenden metabolischen, hormonellen und immunologischen Mechanismen sind noch unklar.

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

Beitrag lesen
© ArLawKa - stock.adobe.com

Optimierte Patientenversorgung dank der Entscheidungshilfe Prostatakrebs

Aktuelles

Die Entscheidungshilfe Prostatakrebs unterstützt Patienten bei der Wahl einer leitliniengerechten Behandlung. Eine randomisierte Studie zeigt, dass sie Entscheidungskonflikte und psychischen Stress reduziert sowie das Wissen über die Erkrankung verbessert.

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

Beitrag lesen
Angriffe auf Ärzte und Mitarbeitende in Arztpraxen sollen in Zukunft strafrechtlich härter bestraft werden. © Studio Romantic - stock.adobe.com

KBV-Vorstand begrüßt härtere Strafen bei Angriffen auf Ärzte

Berufspolitik

Die Bundesregierung will Angriffe auf Ärzte und Praxismitarbeitende künftig härter bestrafen. Das sieht ein Gesetzentwurf zur Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens vor, den das Bundeskabinett beschlossen hat. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat dies ausdrücklich begrüßt.

Urologie

Beitrag lesen