Urologie » Berufspolitik

»

Hartmannbund kritisiert Auslaufen des Paktes für den ÖGD

Haende halten schuetzend bunte Figuren verschiedener Menschen als Symbol fuer den oeffentlichen Gesundheitsdienst und den Pakt fuer den OEGD

Quelle: Leonardo - stock.adobe.com

Hartmannbund kritisiert Auslaufen des Paktes für den ÖGD

Berufspolitik

Urologie

Berufspolitik

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Der Arbeitskreis Gesundheitsdienste des Hartmannbundes spricht sich entschieden gegen das geplante Auslaufen des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zum Ende des Jahres aus. Die Entscheidung des Bundes, den Pakt nicht zu verlängern und keine neuen Mittel bereitzustellen, schwächt die Krisenfestigkeit des Gesundheitssystems.

Der Pakt für den ÖGD wurde 2020 von Bund und Ländern beschlossen und mit insgesamt rund vier Milliarden Euro ausgestattet. Mit den Mitteln konnten bundesweit tausende Stellen geschaffen, Digitalisierungsprojekte umgesetzt, moderne Arbeitsstrukturen aufgebaut sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote im ÖGD gestärkt werden. Zudem hat der Pakt maßgeblich zur Akademisierung des Fachs beigetragen, unter anderem durch die Einrichtung von Professuren und den Ausbau wissenschaftlicher Strukturen.

„Der Pakt für den ÖGD war kein kurzfristiges Kriseninstrument, sondern ein notwendiger Strukturimpuls“, erklärt Prof. Dr. Volker Harth, Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheitsdienste. „Wer ihn nun auslaufen lässt, riskiert, dass mühsam aufgebaute personelle, digitale und fachliche Kapazitäten verloren gehen. Dialog allein ersetzt keine verlässliche Finanzierung.“ Nach Ansicht des Arbeitskreises kommen die Pläne des Bundes zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Anforderungen an den ÖGD nehmen weiter zu. Dr. Claudia Wein, stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises und ehemalige Berliner Amtsärztin, erläutert: „Neben dem Infektionsschutz gewinnen Themen wie Klimawandelfolgen, gesundheitlicher Bevölkerungsschutz, Prävention, soziale Ungleichheit sowie die Vorbereitung auf zukünftige Krisen zunehmend an Bedeutung“, so Wein.

Prof. Dr. Volker Harth, Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheitsdienste, warnt vor einem Ende der ÖGD-Förderung. (Foto: Hartmannbund/Die Hoffotografen)
Prof. Dr. Volker Harth, Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheitsdienste, warnt vor einem Ende der ÖGD-Förderung. (Foto: Hartmannbund/Die Hoffotografen)

Ein leistungsfähiger ÖGD ist eine tragende Säule der Daseinsvorsorge. Ihn finanziell wieder auf ein vorpandemisches Niveau zurückzuführen, ist gesundheitspolitisch kurzsichtig und sicherheitspolitisch fahrlässig. Der Arbeitskreis Gesundheitsdienste fordert Bund und Länder daher auf, den Pakt für den ÖGD weiterzuentwickeln und über 2026 hinaus fortzuführen, um den ÖGD dauerhaft als attraktiven und leistungsfähigen Bereich des Gesundheitssystems zu stärken.

Franz-Günter Runkel

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mikroskop mit schwebenden Zellen im Labor als Symbol fuer Immuntherapie und neue Therapieoptionen beim Peniskarzinom

Update Peniskarzinom 2026: Immuntherapie und neue Therapieperspektiven

Fachbeitrag

Beim seltenen Peniskarzinom eröffnen Immuntherapien und molekulare Analysen neue Behandlungsperspektiven. Daten zu Cemiplimab zeigen jedoch, dass bislang nur bestimmte Patientengruppen profitieren. Entscheidend für die personalisierte Therapie sind daher verlässliche Biomarker und eine präzise molekulare Charakterisierung.

Urologie

Tumoren der äußeren Genitalien

Peniskarzinom

Beitrag lesen
Der damals 17-jährige Mailo erhält im Juli 2025 eine T-Zelltherapie gegen PRAME mit seinen gentechnisch veränderten Immunzellen. © privat

PRAME-T-Zelltherapie drängt metastasierten Nierentumor zurück

Aktuelles

Eine personalisierte T-Zelltherapie hat bei einem Jugendlichen mit weit fortgeschrittenem, therapieresistentem Nierentumor zu einem vollständigen Ansprechen geführt. Die Behandlung zielte auf das Tumorantigen PRAME. Eine klinische Studie für weitere Kinder und Jugendliche ist ab 2027 geplant.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Aktuell warten in Deutschland 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Rund 250 Abgeordnete wollen deshalb eine Widerspruchslösung im Bundestag durchsetzen. © abuzar - stock.adobe.com

Bundestags-Gruppe beantragt Widerspruchslösung für Organspende

Berufspolitik

Rund 250 Abgeordnete mehrerer Fraktionen des Bundestags haben beantragt, eine Widerspruchslösung für die Organspende im Transplantationsgesetz zu verankern. Dann müssten Versicherte z.B. einer postmortalen Nierenspende widersprechen, um sie zu verhindern.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen