Urologie » Urogenitale Tumoren » Prostatakarzinom

»

IQWiG bescheinigt Olaparib einen Zusatznutzen für bestimmte Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom

Darolutamid

IQWiG bescheinigt Olaparib einen Zusatznutzen für bestimmte Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom

Aktuelles

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

3 MIN

Erschienen in: UroForum

Olaparib ist für mehrere Anwendungsgebiete zugelassen. In einer frühen Nutzenbewertung hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht, ob der Wirkstoff in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon Erwachsenen mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie nicht angezeigt ist, einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie bietet. Das Ergebnis: „Demnach gibt es bei für nicht vorbehandelte unter 65-Jährige einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen, für nicht vorbehandelte Ältere dagegen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Für vorbehandelte Patienten ist ein Zusatznutzen mangels relevanter Daten nicht belegt.“

Vorbehandlung und Alter sind entscheidend

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G BA) hat zwischen zwei Gruppen von Patienten unterschieden. Für Erwachsene mit unvorbehandeltem mCRPC besteht die zweckmäßige Vergleichstherapie in einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe. Bei Erwachsenen mit vorbehandeltem mCRPC sollte die Behandlung mit Olaparib mit einer patientenindividuellen Therapie unter Berücksichtigung der Vortherapie und des BRCA1/2-Mutationsstatus verglichen werden, so das IQWiG.

Olaparib hat laut IQWiG einen Zusatznutzen in der Behandlung bestimmter metastasierter Prostatakarzinome. (Bild © adobestock – SciePro)
Olaparib hat laut IQWiG einen Zusatznutzen in der Behandlung bestimmter metastasierter Prostatakarzinome. (Bild © adobestock – SciePro)

Bei den Endpunkten Gesamtüberleben und symptomatische skelettbezogene Ereignisse kommt es laut IQWiG auf das Alter an: Für unter 65-Jährige zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Olaparib beim Gesamtüberleben. Für ältere Patienten gibt es keinen Überlebensvorteil, wohl aber einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen bei symptomatischen skelettalen Ereignissen. „Unabhängig von Alter und Art der Metastasen traten jedoch unter Olaparib mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse und insbesondere schwere Lungenembolien und Blutbildveränderungen auf“, wertet das Institut.

Vor- oder Nachteile für Vorbehandelte unbekannt

„Die in die Studie PROpel eingeschlossenen Patienten hatten noch keine Vorbehandlung für das metastasierte Krankheitsstadium erhalten, sodass diese Studie keine Aussagen zu vorbehandelten Patienten ermöglicht“, schreibt das IQWiG. Für diese Patienten habe der Hersteller in seinem Dossier auch sonst keine adäquaten Daten vorgelegt. Offen bleibe, warum er eine potenziell relevante, von ihm gesponsorte Studie (Study 8), die bei der Zulassung von Olaparib ergänzend herangezogen wurde, nicht in der Studienliste genannt und keine Unterlagen zu ihr vorgelegt habe.

Anhand der vorliegenden Informationen kann das IQWiG nicht beurteilen, ob die zweckmäßige Vergleichstherapie für Vorbehandelte in dieser Studie – zumindest für eine Teilpopulation – umgesetzt wurde. Somit lautet das Ergebnis: „Für Erwachsene mit vorbehandeltem mCRPC ist ein Zusatznutzen von Olaparib plus Abirateron plus Prednison oder Prednisolon gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.“

Quelle: © iqwig.de

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Yeivaz - stock.adobe.com

Adipositas und Systemtherapie beim Prostatakarzinom

Aktuelles

Adipositas war in einer retrospektiven Studie bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom mit einem ungünstigeren Überleben unter systemischer Therapie verbunden. Die zugrunde liegenden metabolischen, hormonellen und immunologischen Mechanismen sind noch unklar.

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

Beitrag lesen
© ArLawKa - stock.adobe.com

Optimierte Patientenversorgung dank der Entscheidungshilfe Prostatakrebs

Aktuelles

Die Entscheidungshilfe Prostatakrebs unterstützt Patienten bei der Wahl einer leitliniengerechten Behandlung. Eine randomisierte Studie zeigt, dass sie Entscheidungskonflikte und psychischen Stress reduziert sowie das Wissen über die Erkrankung verbessert.

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

Beitrag lesen
Angriffe auf Ärzte und Mitarbeitende in Arztpraxen sollen in Zukunft strafrechtlich härter bestraft werden. © Studio Romantic - stock.adobe.com

KBV-Vorstand begrüßt härtere Strafen bei Angriffen auf Ärzte

Berufspolitik

Die Bundesregierung will Angriffe auf Ärzte und Praxismitarbeitende künftig härter bestrafen. Das sieht ein Gesetzentwurf zur Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens vor, den das Bundeskabinett beschlossen hat. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat dies ausdrücklich begrüßt.

Urologie

Beitrag lesen