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„Staatsmedizin!“ – SpiFa kritisiert Kassen-Zugriff auf Terminvergabe scharf

Hand haelt ein Smartphone mit Online Arzttermin Anzeige und Button Book now, Symbolbild fuer Kassen Zugriff auf Terminvergabe

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„Staatsmedizin!“ – SpiFa kritisiert Kassen-Zugriff auf Terminvergabe scharf

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: UroForum

Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzten Deutschlands e.V. (SpiFa) kritisiert die im Referentenentwurf zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) enthaltenen Pläne zur Buchung von Arztterminen über ePA-Apps scharf. Damit würde Krankenkassen der Zugriff auf Praxisverwaltungssysteme eingeräumt und der Weg in die Staatsmedizin geebnet.

Der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zum GeDIG sieht laut SpiFa vor, dass Patientinnen und Patienten künftig über die von ihrer jeweiligen Krankenkasse zur Verfügung gestellte Apps zur elektronischen Patientenakte (ePA) Terminbuchungen in Arztpraxen vornehmen. Was auf den ersten Blick pragmatisch scheint, ist aus Sicht des SpiFa in Wahrheit das Einfallstor für Krankenkassen, Zugriff auf Praxisverwaltungssysteme zu erhalten und sich in die interne Praxisorganisation und Terminvergabe einzumischen. Der SpiFa sieht darin einen schwerwiegenden Eingriff in die Autonomie der Praxen und einen Angriff auf ärztliche Freiberuflichkeit.

„Das geht in Richtung Staatsmedizin. Wir Fachärztinnen und Fachärzte sind Freiberuflerinnen und Freiberufler, keine Angestellten oder Beamte der Krankenkassen. Wir lassen uns weder jetzt noch künftig von irgendeiner Krankenkasse vorschreiben, wann und an wen wir unsere Termine zu vergeben haben“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. Dirk Heinrich.

Zudem zeigt sich der SpiFa irritiert über offensichtliche Fehlannahmen, auf denen der Referentenentwurf an dieser Stelle fußt. Der Entwurf lasse das Verständnis für die Komplexität der Organisation einer Arztpraxis gänzlich vermissen. Termine seien keine beliebig verfügbaren Zeitfenster.

Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich verbittet sich Angriffe der Krankenkassen auf die Terminsouveränität freiberuflicher Niedergelassener. © SpifA
Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich verbittet sich Angriffe der Krankenkassen auf die Terminsouveränität freiberuflicher Niedergelassener. © SpifA

„Unterschiedliche Behandlungen erfordern unterschiedliche personelle, technische und organisatorische Ressourcen. Hierüber im Einzelfall zu befinden, ist ausschließlich Sache ärztlicher Verantwortung.“ Darüber hinaus kritisiert der SpiFa ausdrücklich, dass ambulante fachärztliche Versorgung mit vertragsärztlicher Versorgung gleichgesetzt wird. Dr. Heinrich stellt klar: „Es wird völlig verkannt, dass die Versorgung gesetzlich Versicherter nur einen Teil des Praxisalltags von Fachärztinnen und Fachärzten darstellt. Krankenkassen, wie im vorliegenden Referentenentwurf beabsichtigt, auch auf Versorgungsaspekte zugreifen zu lassen, die sie und ihre Versicherten gar nicht betreffen, entbehrt erst recht jeglicher Grundlage.“

Quelle: Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzten Deutschlands e.V. (SpiFa)

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