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Verbesserte Vorhersage des Therapieansprechens beim metastasiertem Nierenzellkarzinom

Studie UKB zum Nierenzellkarzinom

Verbesserte Vorhersage des Therapieansprechens beim metastasiertem Nierenzellkarzinom

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Erschienen in: UroForum

Dr. Niklas Klümper, Assistenzarzt der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und Arbeitsgruppenleiter am Institut für Experimentelle Onkologie (IEO), und Dr. Jonas Saal, Assistenzarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie des UKB konnten in einer Studie zeigen, dass man durch Berücksichtigung des Entzündungsniveaus gemessen anhand zweier simpler Blutparameter die rein Bildgebungs-gestützte Vorhersage des Therapieansprechens bei metastasiertem Nierenzellkarzinom deutlich verbessern kann.

Studie UKB zum Nierenzellkarzinom
Dr. Jonas Saal und Dr. Niklas Klümper (v.l.) stellten in ihrer Studie fest, dass die Vorhersage des Therapieansprechens von Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom durch Untersuchung zweier simpler Blutparameter verbessert werden kann. (Foto © A. Winkler)

Das Nierenzellkarzinom ist die am häufigsten auftretende Form von Nierenkrebs. Um metastasierten Nierenkrebs zu behandeln, werden als erste Behandlungslinie Kombinationen von Immuntherapien eingesetzt. Diese sollen das Immunsystem der Patienten aktivieren, um bösartige Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Durch diese hochwirksamen Erstlinientherapien wird derzeit bei über 80 % der Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom eine Kontrolle der Krankheit erreicht.

Limitation der Bildgebung

Eine verlässliche Vorhersage des Ansprechens auf die Behandlung ist entscheidend für ein optimales Patientenmanagement. In der täglichen klinischen Praxis wird jedoch fast ausschließlich das bildgebende (meist durch eine Computertomographie (CT)) mit ungefährer Schätzung des Tumorvolumens zur Bewertung des Therapieansprechens eingesetzt. Allerdings lässt sich anhand alleiniger Betrachtung des Tumorvolumens nur unzureichend vorhersagen, wer langfristig von einer Immuntherapie profitieren wird. Ergänzende Marker zur Vorhersage des weiteren Krankheitsverlaufes sind daher zur weiteren Optimierung und Steuerung der Therapie essentiell.

Verbesserung des Therapieansprechens im Blut

Die Arbeitsgruppe um Dr. Klümper hat zeigen können, dass die Untersuchung von zwei kostengünstigen und breit verfügbaren Entzündungswerten im Blut (C-reaktives Protein (CRP) und Albumin) die Vorhersage des Therapieansprechens bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom, insbesondere in der großen Patientengruppe mit Krankheitskontrolle in der ersten Verlaufsbildgebung (> 80 %), verbessert. Die Autoren schlussfolgern, dass bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom zukünftig sowohl die radiologische Bildgebung als auch eine ergänzende Analyse des Entzündungsniveaus zur Überwachung verwendet werden sollte.

„Unser neues Konzept für ein verbessertes Therapiemonitoring und eine verbesserte Vorhersage der Krankheitsentwicklung ist die komplementäre Verwendung der Bildgebung und der Erhebung der simplen Blutparameter CRP und Albumin, verrechnet im sogenannten modifizierten Glasgow Prognose Score (mGPS). Unsere Erkenntnisse basieren aus den Patientengruppen zweier unabhängiger randomisierter Studien mit metastasiertem Nierenzellkarzinom und unterstützen den sofortigen Einsatz des mGPS zur Prognosevorhersage von Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom“, so Dr. Niklas Klümper.

Der mGPS wird ermittelt, indem ein Punkt für eine erhöhte CRP-Konzentration im Serum (> 10 mg/L) und, nur bei Patienten mit erhöhtem CRP, ein zweiter Punkt für ein verringertes Serumalbumin (< 35 g/L) vergeben wird. Die Patienten werden dann in niedriges Risiko (0 Punkte), mittleres Risiko (1 Punkt) und hohes Risiko (2 Punkte) eingestuft.

„Beide Blutparameter sind breit verfügbar und kostengünstig zu bestimmen und können somit national und international sofort für ein verbessertes Therapiemonitoring von Krebspatienten in den klinischen Alltag integriert werden. Durch eine verbesserte Vorhersage des Therapieversagens könnten Patienten besser identifiziert werden, die von einer Umstellung oder Intensivierung der Therapie profitieren könnten. Dieses Konzept muss in zukünftigen Studien untersucht werden.“, sagt Dr. Jonas Saal.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht.

Originalpublikation: Integrating On-Treatment Modified Glasgow Prognostic Score (mGPS) and Imaging to Predict Response and Outcomes in Metastatic Renal Cell Carcinoma. JAMA Oncology; doi:10.1001/jamaoncol.2023.1822

Quelle: Universitätsklinikum Bonn (zur Pressemitteilung)

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