Beim laryngopharyngealen Reflux (LPR) steigen Magensäure und Verdauungsenzyme (z.B. Pepsin) bis in Kehlkopf und Rachen. Im Gegensatz zu normalem Sodbrennen fehlt meist das typische Brennen in der Speiseröhre, die Schleimhäute im Hals können daher unbemerkt gereizt werden. Eine Therapie erfolgt in der Regel mit Säureblockern, Alginaten oder Antacida. Französische Wissenschaftler haben dazu jetzt eine retrospektive Studie mit 145 Patienten durchgeführt. Ihr Ansatz: Neben den Medikamenten – Alginate (n=38), Antacida (n=27) bzw. Protonenpumpenhemmer (PPI, n=32) – bewerteten sie eine strikte Antireflux-Diät als weitere Behandlungsoption. Dazu befolgte eine Patientengruppe (n=48) über 3 Monate ein striktes fettarmes, zuckerreduziertes und proteinreiches Ernährungsprogramm mit begleitenden Stressreduktionsmaßnahmen.
Vor Therapiebeginn bzw. 3 Monate danach wurden Refluxsymptomwerte, objektive Befunde und therapeutisches Ansprechen dokumentiert. Ergebnis: in allen 4 Gruppen konnten die Refluxsymptomwerte und das therapeutische Ansprechen gegenüber dem Ausgangswert verbessert werden. In der Diätgruppe wurde allerdings die höchste Ansprechrate mit 81% im Vergleich zu den Gruppen mit moderater Ernährung und Medikamenten (Antacida 74,1%, Alginate 57,9%, PPI 56,3%) verzeichnet.
Quelle: Lechien JR et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2026; published online first. doi:10.1001/jamaoto.2026.0577





