Allgemeinmedizin » Stoffwechsel und Hormone

»

Sepsis: Gestörter Stoffwechsel der Killerzellen schwächt Immunabwehr

© Andrey Popov - stock.adobe

Quelle: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Sepsis: Gestörter Stoffwechsel der Killerzellen schwächt Immunabwehr

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Stoffwechsel und Hormone

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Sepsis zählt zu den schwersten medizinischen Notfällen. Ist eine akute Erkrankung überstanden, bleibt bei vielen Betroffenen dennoch ein hohes Risiko für weitere Infektionen. Deutsche Forscher haben nun einen Mechanismus identifiziert, der diese Immunschwäche erklären könnte. Dabei spielen natürliche Killerzellen (NK-Zellen) eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Krankheitserregern. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Zellen nach einer Sepsis wochenlang in ihrer Funktion erheblich eingeschränkt sind, insbesondere bei Patienten, die im weiteren Verlauf der Behandlung zusätzlich eine Krankenhausinfektion entwickelten. Sie konnten weiter nachweisen, dass die Ursache für diesen Verlust der NK-Zellen zur wirksamen Immunabwehr in einer gestörten Anpassung des Stoffwechsels der NK-Zellen liegt: Bei einer Sepsis wird das Protein mTORC1 nicht ausreichend aktiviert – ein Protein, das die NK-Zellen zur Produktion von Interferon-gamma benötigen, um bakterielle Infektionen zu bekämpfen. In einem experimentellen Ansatz konnten die Forscher zeigen, dass sich die gestörte Stoffwechselfunktion der NK-Zellen möglicherweise verbessern lässt: Durch Hemmung des Stoffwechselregulators (AMPK) wurde mTORC1 wieder aktiv und die Abwehrfunktion der NK-Zellen setzte wieder ein.

Literatur: van der Wurff A et al. eBioMedicine 2026; 129: 106345. https://doi.org/10.1016/j.ebiom.2026.106345

Quelle: Meldung aus der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Universitätsmedizin Essen

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Bürste mit Haaren

Haarausfall in der Perimenopause

Fachbeitrag

Haarausfall in der Perimenopause ist häufig, multifaktoriell und für ­Betroffene emotional belastend. Überblick über die systematische ­Diagnostik und evidenzbasierte ­Therapieoptionen – von topischen Behandlungen bis hin zu systemischen Ansätzen.

Allgemeinmedizin

CME, Haut und Allergie

Beitrag lesen
Symbolbild Gallensteine

Gallensteine: Geschlecht und Lebensrealität mitdenken

Aktuelles

Gallensteine sind kein geschlechtsneutrales Krankheitsbild in der Viszeralmedizin. Frauen entwickeln häufiger Gallengrieß und Gallensteine als Männer. Biologische Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle.

Allgemeinmedizin

Beitrag lesen
Labor

Prävention in der Viszeralmedizin: Was die Immunforschung verspricht

Aktuelles

Die Medizin ist traditionell stark darin, Krankheiten zu behandeln, sobald sie klinisch sichtbar werden. Angesichts des demografischen Wandels und einer wachsenden Zahl chronisch kranker Menschen reicht dieses Modell allein auch in der Viszeralmedizin nicht aus.

Allgemeinmedizin

Magen und Darm

Beitrag lesen