Unter diesem Motto diskutieren Expert:innen der Viszeralmedizin im Kongresszentrum Hamburg, wie neue Erkenntnisse schneller in Diagnostik und Therapie gelangen können. „Als Viszeralmediziner*innen tragen wir Verantwortung für Patienten in jedem Lebensalter“, heißt es im Grußwort der Konresspräsident:innen. Für die hausärztliche Versorgung stehen Krebsprävention, die frühere Erkennung von Leber- und Stoffwechselerkrankungen sowie digitale Unterstützung im Mittelpunkt.
Krebs verhindern statt nur behandeln
Die Darmkrebsvorsorge gilt als Beispiel dafür, wie Prävention Erkrankungen verhindern oder in einem heilbaren Stadium erkennen kann. Dieser Ansatz soll auf weitere Tumorerkrankungen übertragen werden. „Die Onkologie verschiebt sich durch neue Techniken und durch interdisziplinäre Zusammenarbeit immer mehr weg Viszeralmedizin 2026 von der Tumorbehandlung in fortgeschrittenen Stadien hin dazu, ihre Entstehung möglichst zu verhindern oder bereits in einem so frühen Stadium zu erkennen, dass wir tatsächlich noch eine Heilung erreichen können“, sagt Kongresspräsidentin Professorin Dr. med. Elke Roeb.
Neben der Darmkrebsvorsorge rücken Leber- und Stoffwechselerkrankungen, Adipositas und damit assoziierte Krebserkrankungen in den Fokus. Für die metabolisch bedingte Fettleber fordert Roeb einen Perspektivwechsel: „Die Fettleber betrifft nicht nur Menschen, die sich schlecht ernähren und wenig Sport treiben.“ Wie ihre Entstehung verhindert werden kann, müsse intensiver erforscht werden. In der Hausarztpraxis bleiben Bewegung, ausgewogene Ernährung, Gewichtsreduktion und die Abklärung metabolischer Risiken wichtige Ansatzpunkte.
Präzision für individuelle Therapieentscheidungen
Biomarker sowie genetische und molekulare Analysen sollen helfen, Therapien besser auf einzelne Patientinnen und Patienten zuzuschneiden. „Diese sogenannte Präzisionsmedizin analysiert die Krankheitsprozesse bis ins kleinste Detail und hilft uns, genau an der richtigen Stelle mit einer passenden Therapie gezielt einzugreifen“, erläutert Roeb. Das gilt auch für chronisch-entzündliche Erkrankungen, bei denen Medikament, Zeitpunkt und Therapiesequenz entscheidend sein können.
KI als „zweites Paar Augen“
In der Endoskopie unterstützt Künstliche Intelligenz bereits heute bei der Erkennung von Polypen und auffälligen Gewebeveränderungen sowie bei der Befundauswertung. „Sie kann uns vielmehr als ‚zweites Paar Augen‘ dienen“, sagt PD Dr. med. Axel Eickhoff. Digitale Assistenzsysteme könnten die Untersuchungsqualität vereinheitlichen und die bisher vor allem in spezialisierten Zentren verfügbare Qualität breiter zugänglich machen – eine „Demokratisierung der Qualität“.
Der Kongress verbindet technologische Entwicklungen mit Fragen der Versorgungsgerechtigkeit. Digitale Gesundheitswege, Telemedizin, Wearables und sichere Dateninfrastrukturen sollen die Behandlung unterstützen, nicht ersetzen. Ziel sei es, „wie wir inklusiv, gerecht und patientenzentriert handeln“, und Impulse zu geben, „die unsere tägliche Praxis verbessern“.
Quellen:
Grußwort der Kongresspräsident:innen
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Viszeralmedizin





