Interkulturelle Kompetenz wird in der Humanmedizin zunehmend unverzichtbar: Auslandsaufenthalte fördern ethische Sensibilität, sprachliche Sicherheit und den Umgang mit vielfältigen Patientinnen und Patienten. Internationale Forschungskooperationen stärken zudem den medizinischen Fortschritt.
Zusammenfassung
Internationale Beziehungen und damit assoziierter Austausch sind in allen gesellschaftlichen Bereichen so auch im akademischen Fach der Humanmedizin und seinen Spezialisierungsrichtungen ein nicht wegzudenkendes Tool des Kennenlernens, der Verständigung, der Wissensvermittlung und des beiderseitigen Erfahrungserwerbs mit limitierter Investition und außerordentlich hohem Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Ziel war es, basierend auf einschlägigen Referenzen und Praxiserfahrungen, Sinnhaftigkeit und Effekt einer internationalen Orientierung im Bereich der Humanmedizin sowie von Beziehungen und Kooperationen über Ländergrenzen hinaus letztlich zum Erwerb interkultureller Kompetenzen in der Humanmedizin mit Bezug besonders zur Allgemein- und Viszeralchirurgie zu umreißen.
Die Methode ist eine narrative Übersicht.
Ein Auslandsaufenthalt bereits während des Humanmedizinstudiums ist von großem Vorteil. Der Vermittlung und dem Einbezug von ethischen Grundsätzen im späteren Arbeitsalltag sollte im Humanmedizinstudium ein höherer Stellenwert zukommen, da der Arztberuf nicht nur eine umfangreiche fachliche Betreuung der Patientinnen und Patienten abverlangt, sondern die Medizinerin und der Mediziner auch in der Lage sein muss, die Patientinnen und Patienten als Menschen mit allen Kontexten zu sehen. Diese Sensibilisierung kann optimal während eines Auslandsaufenthalts vertieft werden, in welchem sowohl kulturelle als auch sprachliche Unterschiede innerhalb und außerhalb des Studiums bzw. Klinikalltags bewältigt werden müssen. In diesem Zusammenhang sind auch internationale Forschungsprojekte von besonderer Bedeutung, wie das Beispiel der Suche nach einem Impfstoff gegen COVID-19 gezeigt hat. Die Themen »Gesundheit« und »Behandlung bzw. die Prävention von Krankheiten« spielen in allen Ländern der Welt eine enorme Rolle und bedürfen internationaler Zusammenarbeit. Diese Tendenz zeigt sich auch im Beitritt der Otto-von-Guericke-Universität sowie der Medizinischen Fakultät in internationale bzw. europäische Hochschulnetzwerke zur Ermöglichung von studentischem und wissenschaftlichem Austausch, welcher sich in den kommenden Jahrzehnten mit Sicherheit nicht zuletzt aufgrund der erfolgreichen Suche nach einem COVID-19-Impfstoff sowohl im In- als auch im Ausland steigender Beliebtheit erfreuen wird.
Interkulturelle Kompetenzen sind interdisziplinär als wertvolle Errungenschaft und im Zeitalter der Globalisierung speziell im (natur-)wissenschaftlichen Bereich als hohes Gut angesehen. Im Klinikalltag einer Chirurgin und eines Chirurgen ist diese Qualifikation ebenfalls essenziell geworden, sei es bei der Behandlung von ausländischen Patientinnen und Patienten mit nur wenigen oder nicht existenten Deutschkenntnissen als auch in multilingualen Forschungsteams.
Autoren: S. Schulze und F. Meyer
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