Chirurgie » Sonstiges » Neurochirurgie

»

Therapie des Delirs – aktualisierte Empfehlungen

3D-Darstellung eines Mannes mit Wolken um Kopf und Fragezeichen sowie Spirale in einer Sprechblase.

Quelle: © TarikVision – stock.adobe.com

Therapie des Delirs – aktualisierte Empfehlungen

Fachbeitrag

Chirurgie

Sonstiges

Neurochirurgie

2 MIN

Erschienen in: chirurgische Praxis

Durch die demografische Entwicklung nimmt die Inzidenz des Delirs zu. Da gerade bei älteren Patienten das Delir eine Mortalität von bis zu 30 % aufweist, sollte die Erkrankung möglichst rasch identifiziert und die richtigen Schritte eingeleitet werden. Die klinischen Zeichen, Pathophysiologie, Ätiologie, Diagnostik und leitliniengerechte Therapie werden hier in kompakter Form dargestellt.

Zusammenfassung

Das Delir ist eine in der Frequenz zunehmende Erkrankung, die Akutkrankenhäuser vor große Probleme in der Versorgung und Überwachung stellt. Grund für die Zunahme in den letzten Jahrzehnten ist die Alterung der Bevölkerung, da das Delir hauptsächlich nach dem 65. Lebensjahr auftritt. Die Ursache ist dabei häufig gerade im höheren Lebensalter multifaktoriell. Wichtig ist zu verstehen, dass das Delir gerade bei älteren Patienten eine Mortalität von bis zu 30% aufweist. Die Therapie besteht dabei zum einen in nichtmedikamentösen Maßnahmen, insbesondere mit aktivierender Pflege, früher Mobilisation, Verhinderung einer Reizüberflutung und Einbeziehung von engen Bezugspersonen bzw. Familienmitgliedern. Medikamentös sollten prodelirogene Substanzen, v. a. mit anticholinerger Komponente, abgesetzt werden. Zudem kommen niedrigpotente, sedierend wirkende Neuroleptika wie Melperon oder Pipamperon zum Einsatz. Zudem kann nach neueren Studien Melatonin hilfreich sein. Bei sehr ausgeprägtem Delir sollte bevorzugt der alpha-2-Agonist Dexmedetomidin intravenös eingesetzt werden. Für Haloperidol oder andere höherpotente Neuroleptika ergibt sich nur bei inhaltlichen Denkstörungen (Wahngedanken, Verkennen der Situation, Halluzinationen) eine Indikation. Der vorliegende Artikel soll die klinischen Zeichen eines Delirs, die Pathophysiologie und Ätiologie, die notwendigen diagnostischen Schritte und die leitliniengerechte Therapie zusammenfassen.

Autor: M. Maschke
Lesen Sie den Originalbeitrag zu diesem Thema in chirurgische praxis (2025).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Konzentration am OP-Tisch: Die Implantation eines ABI gehört zu den anspruchsvollsten Eingriffen in der Hörrehabilitation.

Bilaterale Versorgung mit Auditory Brainstem Implantat bei einer Zweijährigen

Aktuelles

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde bei einem zweijährigen Mädchen erfolgreich ein zweites Auditory Brainstem Implant (ABI) implantiert.

Chirurgie

Sonstiges

Weitere Themen

Beitrag lesen
Eine Frau hält sich ihren Bauch aufgrund von Bauchschmerzen.

Welche Parameter helfen bei der Diagnosesicherung einer Adnextorsion?

Fachbeitrag

Welche Parameter helfen bei der Diagnose der Adnextorsion? Dazu wurde eine retrospektive Studie an Patientinnen mit Verdacht auf Adnextorsion (AT) durchgeführt.

Chirurgie

Sonstiges

Operative Gynäkologie

Beitrag lesen
Man sieht, wie chirurgisches Personal eine Gehirnoperation mit der Hilfe von augmented reality und einem animierten 3D-Gehirn plant.

Was tun bei Implantatinfektionen in der Neurochirurgie?

Fachbeitrag

Implantatassoziierte Infektionen in der Neurochirurgie sind ernsthafte Komplikationen und erfordern eine multimodale Diagnostik.

Chirurgie

Sonstiges

Neurochirurgie

Beitrag lesen