Eine Kohortenstudie zeigt ethnische Disparitäten bei atopischer Dermatitis (AD). Während bei Betroffenen mit Skin of Color ein erhöhtes Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen auffällt, zeigen sich im Verlauf Unterschiede beim Zugang zu neueren Therapeutika.
AD geht mit vielfältigen Komorbiditäten einher. Eine Analyse der TriNetX-Datenbank untersuchte ethnische Unterschiede bezüglich Komorbiditäts- und Behandlungsformen bei Erwachsenen mit Erstdiagnose AD (ICD-10: L20). Nach 1:1 Propensity-Score-Matching umfasste die Studie zwei Kohorten von jeweils 76.654 Patient:innen (Skin of Color / Black vs. White).
Während sich die meisten Begleiterkrankungen klinisch unbedeutend unterschieden, zeigten Betroffene mit Skin of Color ein signifikant erhöhtes Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD): Sowohl für Colitis ulcerosa (OR 1,28; p < 0,0001) als auch für Morbus Crohn (OR 1,31; p < 0,0001) ergaben sich höhere Inzidenzen. Als Ursachen werden vor allem Umweltfaktoren und sozioökonomische Einflüsse diskutiert.
Disparitäten in den Verschreibungsmustern
Bei vergleichbarer Nachbeobachtungszeit (308 vs. 309 Tage) bestanden signifikante Unterschiede in den Verordnungsmustern im ersten Jahr nach Diagnosestellung: Während konventionelle Therapien in beiden Gruppen etabliert waren, erhielten Patient:innen der kaukasischen Vergleichsgruppe signifikant häufiger neuere Substanzen wie Ruxolitinib. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Versorgungsbarrieren abzubauen und einen chancengleichen Zugang zu modernen Dermatotika zu gewährleisten.
Die Daten stammen aus elektronischen Patientenakten des TriNetX Research Network, das zum Erhebungszeitpunkt rund 144 Millionen Patient:innen aus 102 beteiligten Gesundheitseinrichtungen umfasste.
(sma)
Literatur: Adler, R., et al. (2026). Differences in Atopic Dermatitis Comorbidity and Treatment Patterns by Race. Journal of Drugs in Dermatology, 25(10), 9650.





