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„Zusammenspiel“ aus Merkelzellkarzinom und Organtransplantation?

Illustration einer menschlichen Leber in einer roten Kühlbox, beschriftet mit "Human Organ for Transplant".

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„Zusammenspiel“ aus Merkelzellkarzinom und Organtransplantation?

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: DermaForum

Es ist eine aggressive Form von Hautkrebs, die vor allem bei immungeschwächten Personen, darunter auch Empfängerinnen und Empfängern solider Organtransplantate (SOT), gehäufter auftritt: Das Merkelzellkarzinom (MCC).

Da die Zahl der Personen mit SOTs weltweit steigt, ist auch mit einem Anstieg der MCC-Fälle in dieser Bevölkerungsgruppe zu rechnen. Wie steht es um die Prognose bzw. ein mögliches therapeutisches Ansprechen?

Die Mehrheit der Personen mit einer SOT ist aufgrund der langfristigen Einnahme von Immunsuppressiva zur Aufrechterhaltung von Allotransplantaten stark immunsupprimiert. Das Risiko, ein MCC zu entwickeln, ist nach einer SOT fast 24-mal höher als bei immunkompetenten Personen. In den letzten Jahren haben Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICIs) wie Inhibitoren des programmierten Zelltod-Proteins 1 (PD-1) vielversprechende und dauerhafte Reaktionen bei metastasiertem oder inoperablem MCC gezeigt. Aus diesem Grund sind ICIs in der Regel die Erstlinienbehandlung für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem MCC. Allerdings sind Personen mit einer SOT aufgrund des Risikos einer Abstoßung weitgehend von klinischen ICI-Studien ausgeschlossen. Daher gibt es nur sehr wenige Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit dieser Medikamente bei dieser Gruppe.

Forschende aus den USA haben nun mittels Daten eines großen Längsschnittregisters für MCC die Ausgangsmerkmale und Langzeitergebnisse von Personen mit MCC und einer SOT-Historie ausgewertet und mit denen von immunkompetenten MCC-Betroffenen verglichen. Besonderes Augenmerk lag auf dem Ansprechen auf ICIs, der Häufigkeit von Transplantatversagen und dem allgemeinen klinischen Verlauf.

Es wurden 1.214 Patientinnen und Patienten mit MCC identifiziert, davon 37 mit SOT und 1.177 immunkompetente. Acht der 37 Organtransplantierten erhielten Anti-PD-L1. Die mediane Zeit zwischen SOT und MCC-Diagnose betrug zehn Jahre. Der Anteil der Patienten mit fortgeschrittenem MCC (≥ Stadium III) betrug 76 % bei SOTs im Vergleich zu 51 % bei immunkompetenten Betroffenen (p = 0,004). Der SOT-Status war mit schlechteren Ergebnissen verbunden, darunter höhere Raten der Krankheitsprogression, MCC-spezifische Mortalität und Gesamtmortalität (alle p < 0,001 für die jeweiligen Vergleiche). Die mediane Zeit bis zum Tod aufgrund von MCC betrug bei Organtransplantierte 2,7 Jahre; 24 % der Personen mit SOTs starben innerhalb eines Jahres nach der Diagnose, im Gegensatz zu 4 % der Immunkompetenten. Die mediane Zeit bis zum Fortschreiten des MCC betrug bei SOTs 8,6 Monate gegenüber 12 Jahren bei Immunkompetenz. Unter den Patientinnen mit einer SOT entwickelten 70 % innerhalb von zwei Jahren Fernmetastasen, gegenüber 25 % der anderen Gruppe. Alle acht mit Anti-PD-L1 behandelten Personen mit SOT-MCC hatten eine Nierentransplantation, wobei fünf (63 %) ein objektives Ansprechen zeigten (zwei vollständige Remissionen, drei partielle Remissionen). Bei zwei Betroffenen (29 %) kam es jedoch innerhalb von 9 Wochen zu einem irreversiblen Transplantatversagen.

Fazit

Ein Organtransplantationsstatus ist laut den Forschenden ein signifikanter unabhängiger Risikofaktor für eine schlechtere Prognose bei MCC. Optimale Immunsuppressiva und Immuntherapie-Schemata, die ein Gleichgewicht zwischen therapeutischem Nutzen und Transplantat-Erhalt schaffen, sind bislang nicht definiert. Hier bedarf es weiterer klinischer Forschung.

Martha-Luise Storre

Originalpublikation:

Akaike T et al. Merkel cell carcinoma in solid organ transplant recipients: prognosis and response to immunotherapy. Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1221-1231.

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