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FOKO 2026 – Kinder- und Jugendgynäkologie im Fokus

Luftbild Kongresszentrum Düsseldorf: FOKO 2026 Berichterstattung Kinder- und Jugendgynäkologie.

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FOKO 2026 – Kinder- und Jugendgynäkologie im Fokus

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Gynäkologie

Kinder- und Jugendgynäkologie

Allgemeines

mgb medizin Redaktion

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4 MIN

Erschienen in: gyne

Kinder- und Jugendgynäkologie war das erste Hauptthema des FOKO 2026 in Düsseldorf. Drei Expertinnen beleuchteten zentrale Bestandteile: die Pubertät als Phase der Neuorganisation des Gehirns, die unzureichenden HPV-Impfquoten in Deutschland sowie die Früherkennung von Essstörungen. Mädchen und junge Frauen benötigen besondere Aufmerksamkeit in der gynäkologischen Praxis. Die Vorträge zeigten, wie wichtig vertrauensvolle Arzt-Patientinnen-Beziehungen, konsequente Impfberatung und frühzeitige Diagnostik sind.

Betreuungsbedarf erkennen

Mädchen und junge Frauen benötigen in der gynäkologischen Praxis besondere Aufmerksamkeit. Beim Fortbildungskongress des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) stand das erste Hauptthema unter dem Motto „Kinder- und Jugendgynäkologie – Reise vom Mädchen zur Frau“. Drei Expertinnen sprachen über die Themenblöcke Pubertät, HPV-Impfung und Essstörungen.

Pubertät als Phase der Neuorganisation

Dr. med. Esther Nitsche, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin aus Lübeck, ging auf die biologischen, neurologischen und psychosozialen Veränderungen während der Pubertät ein. „Die Pubertät ist eine Phase grundlegender körperlicher, psychischer und sozialer Umstrukturierung. Sie ist keine einfache Fortsetzung der Kindheitsentwicklung, sondern eine hormonell gesteuerte Phase der Neuorganisation des Gehirns“, so Nitsche.

Dr. med. Esther M. Nitsche (links), Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin aus Lübeck, bei ihrem Vortrag über die Pubertät als Phase der Neuorganisation. Mit im Bild sind BVF-Präsident Dr. med. Markus Haist (mitte), Pforzheim, sowie DGGG-Präsident Prof. Dr. med. Gert Naumann (rechts), Erfurt.
Dr. med. Esther M. Nitsche (links), Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin aus Lübeck, bei ihrem Vortrag über die Pubertät als Phase der Neuorganisation. Mit im Bild sind BVF-Präsident Dr. med. Markus Haist (mitte), Pforzheim, sowie DGGG-Präsident Prof. Dr. med. Gert Naumann (rechts), Erfurt.


Die entstehenden neuronalen Strukturen prägen langfristig Verhalten und psychische Stabilität. Gleichzeitig sind Jugendliche besonders anfällig für Stress und psychische Erkrankungen. Entscheidend ist der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen den jungen Patientinnen und ihren behandelnden Fachärztinnen und -ärzten. In diesem Zusammenhang betonte Nitsche die hohe Relevanz der neu geschaffenen M1-Untersuchung.

Neue Strukturen wie die M1-Untersuchung können dabei helfen, frühzeitig Kontakt zu gynäkologischer Beratung herzustellen.

Dr. med. Esther M. Nitsche, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Lübeck

HPV-Impfquoten noch unzureichend

Prof. Dr. med. Patricia Oppelt, Erlangen, machte auf den hohen Stellenwert der Impfung für die Prävention HPV-assoziierter Erkrankungen aufmerksam und analysierte die unzureichende Impfquote in Deutschland.

Trotz inzwischen 20-jähriger Verfügbarkeit der Impfung sind die Impfquoten weiterhin unzureichend. Bei 15-jährigen Mädchen sind etwa 55 Prozent vollständig geimpft, bei Jungen nur rund 36 Prozent

Prof. Dr. med. Patricia G. Oppelt, Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik

In ostdeutschen Bundesländern ist die Impfakzeptanz deutlich höher als in westdeutschen Regionen.
Oppelt appellierte daran, den Impfstatus konsequent zu überprüfen und gezielt nach einer HPV-Impfung zu fragen. Besonders wichtig sei es, dass Jugendliche mit unvollständigem Impfschutz nicht durch das Raster fallen würden, so Oppelt.

Abschließend betonte auch sie die hohe Relevanz der M1-Untersuchung, das die HPV-Beratung in diese integriert werden könne.

Essstörungen früh erkennen

Dr. Dorothe Verbeek, Verhaltenstherapeutin aus Lübeck, sprach im letzten Vortrag des Themenblocks über die Früherkennung von Essstörungen. Etwa 30 Prozent der Mädchen zeigen laut Studien Auffälligkeiten im Essverhalten oder in ihrer Körperwahrnehmung. Besonders häufig sind 12- bis 17-Jährige betroffen. Die Gründe für die Entstehung sind multifaktoriell, so Verbeek.

Neben genetischen und biologischen Faktoren spielen psychologische Aspekte der Pubertät eine Rolle, etwa körperliche Veränderungen, die mit Scham oder Hänseleien verbunden sein können

Dr. phil. Dipl.-Psych. Dorothe Verbeek, Psychologische Psychotherapeutin

Der ICD-11-Katalog passte das diagnostische Kriterium nun erfreulicherweise an: Statt eines BMI unter 17,5 gilt künftig bereits ein BMI unter 18,5 als relevant. Außerdem wird ein Gewichtsverlust von etwa 20 Prozent innerhalb von sechs Monaten berücksichtigt. „Bei Verdacht auf eine Essstörung sollte eine Weitervermittlung an Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater oder spezialisierte Beratungsstellen erfolgen“, betonte Verbeek.

Sonja Buske

Quelle: 1. Hauptthema „Kinder- und Jugendgynäkologie – Reise vom Mädchen zur Frau“, BVF Fortbildungskongress (FOKO) 2026, 05. März 2025

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