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Immuntherapie beim TNBC gezielter einsetzen

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Immuntherapie beim TNBC gezielter einsetzen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Eine internationale Phase-III-Studie zur Immuntherapie beim triple-negativen Brustkrebs (TNBC) zeigt: Atezolizumab bringt bei frühem TNBC im Schnitt keinen signifikanten Vorteil beim ereignisfreien Überleben, erhöht aber die Rate pathologischer Komplettremissionen. Biomarker-Analysen von Goethe-Universität, Universitätsmedizin Frankfurt und UCT Frankfurt-Marburg deuten darauf hin, dass vor allem Patientinnen mit befallenen Lymphknoten und hoher TIL-Zahl profitieren. Die Studie in Nature Medicine unterstreicht erneut: TNBC ist keine einheitliche Erkrankung.

Immuntherapie bei TNBC gezielter einsetzen

Eine internationale Phase-III-Studie liefert neue Erkenntnisse zur Immuntherapie bei Brustkrebs. Forschende untersuchten, ob Atezolizumab die Behandlung von frühem triple-negativem Brustkrebs (TNBC) verbessert. Beteiligt waren die Goethe-Universität, die Universitätsmedizin Frankfurt und das UCT Frankfurt-Marburg. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal Nature Medicine.

TNBC gilt als aggressivste Form von Brustkrebs. Hormon- und HER2-Rezeptoren fehlen, klassische Therapien wirken daher kaum. TNBC zeigt jedoch ein aktiviertes Immun-Mikromilieu. Deshalb gelten Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Atezolizumab als vielversprechender Zusatz zur Chemotherapie: Sie sollen die geschwächte Immunantwort reaktivieren.

Studie ohne signifikanten Gesamteffekt

An der Studie NSABP-B-59/GBG-96-GeparDouze nahmen 1.550 Patientinnen mit TNBC aus Deutschland, den USA, Kanada und Spanien teil. Sie erhielten vor der Operation eine Chemotherapie kombiniert mit Atezolizumab oder Placebo; danach lief diese jeweilige Therapie noch ein Jahr weiter.

Nach durchschnittlich 46,9 Monaten lag das ereignisfreie Überleben nach vier Jahren bei 85,2 Prozent unter Atezolizumab gegenüber 81,9 Prozent unter Placebo – kein signifikanter Unterschied. Auch beim Gesamtüberleben zeigte sich kein Vorteil. Die Rate pathologischer Komplettremissionen stieg dagegen von 57,0 auf 63,3 Prozent. Zeitgleich verursachte die zusätzliche Immuntherapie allerdings mehr Nebenwirkungen und häufigere Therapieabbrüche.

„Die Ergebnisse zeigen, dass eine Immuntherapie mit Atezolizumab nicht für alle Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs gleichermaßen geeignet ist. […] Entscheidend wird sein, biologische Merkmale zu identifizieren, mit denen sich jene Patientinnen erkennen lassen, die tatsächlich einen klinisch relevanten Nutzen erwarten können.“

Prof. Dr. Sibylle Loibl, Goethe-Universität Frankfurt, Erstautorin der Studie

Biomarker für gezieltere Immuntherapie bei Brustkrebs

Analysen am Institut für Pathologie der Philipps-Universität Marburg unter Prof. Dr. Carsten Denkert liefern erste Hinweise auf Untergruppen. Patientinnen mit befallenen Lymphknoten und vielen tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TILs) profitierten stärker von Atezolizumab. Gen-Signaturen deuten zudem darauf hin, dass molekulare TNBC-Subtypen unterschiedlich auf die Immuntherapie ansprechen.

Die vorliegende Publikation zeigt einmal mehr: TNBC ist keine einheitliche Erkrankung. Klinische Risikomerkmale, TILs-Bestimmung und molekulare Subtypisierung könnten künftig in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken und dabei helfen, Immuntherapie bei Brustkrebs gezielter einzusetzen und Nebenwirkungen zu vermeiden.

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin Frankfurt vom 02.09.2026

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