Maternale Adipositas und Gestationsdiabetes erhöhen das Risiko für postnatale Komplikationen sowie spätere metabolische und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen. Erforderlich sind eine strukturierte perinatale Diagnostik, Nachsorgeprogramme und sozialpolitische Interventionen.
Zusammenfassung
Die Anzahl adipöser werdender Mütter mit metabolischen Störungen im Sinne eines Typ-II- oder Gestationsdiabetes hat im vergangenen Jahrzehnt massiv zugenommen. Feten dieser Frauen sind hoch gefährdet, bereits pränatal Risikofaktoren für die unmittelbar nachgeburtliche, aber auch weit in die Kindheit reichende Entwicklung zu erwerben. Postnatal besteht unter anderem die große Gefahr einer signifikanten Hypoglykämie mit möglicherweise zerebralen Folgeschäden oder hämodynamischer Probleme wie einer schwerwiegenden Kardiomyopathie. Frühzeitiges Erkennen kann die adäquate Behandlung ermöglichen und Spätschäden verringern. Dies wird nur durch eine umfassende perinatale Betreuung im Zentrum möglich. Bereits während des stationären Aufenthaltes muss die konkrete Planung und der Beginn einer umfassenden Nachbetreuung bis ins Schulalter der Kinder initiiert werden. Es ist dazu erforderlich, geschultes medizinisches und sozialmedizinisches Personal in klar organisierte Programme für die betroffenen Familien einzubinden. Neben der umfassenden medizinischen Aufgabe dieses immense gesundheitliche Problem für unsere Kinder und Jugendlichen zu erkennen und zu bearbeiten, muss es klare politische Entscheidungen geben, um unsere jetzige und künftige Bevölkerung „normal gewichtiger und gesünder“ werden zu lassen!
Autorin: E. Rieck
Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in gynäkologische praxis 2026; 54 (2): 242–249.
ZUM VOLLSTÄNDIGEN, KOSTENPFLICHTIGEN ARTIKEL




