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Hitzeexposition beeinflusst fetales Wachstum

Schwangere Frau sitzt erschöpft unter Sonnenschirm am Strand als Symbol dafuer, dass Hitzeexposition das fetale Wachstum beeinflussen kann

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Hitzeexposition beeinflusst fetales Wachstum

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Eine Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt: Hitzeexposition in der Schwangerschaft beeinflusst die Körperlänge von Neugeborenen. Forschende analysierten Daten von über 1,2 Millionen Geburten in Österreich. Höhere Umgebungstemperaturen in den ersten Wochen nach der Empfängnis sowie ab der 15. Schwangerschaftswoche sind mit einer geringeren Körperlänge assoziiert. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Hitzeexposition wissenschaftlich und gesundheitspolitisch stärker zu berücksichtigen.

Hitzeexposition in der Schwangerschaft beeinflusst Körperlänge von Neugeborenen

Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien, der Universität Wien und der University of Calgary zeigt, dass höhere Umgebungstemperaturen während bestimmter Phasen der Schwangerschaft mit einer geringeren Körperlänge von Neugeborenen assoziiert sind. Die Basis der Untersuchung bildeten Daten von mehr als 1,2 Millionen Einlingsgeburten in Österreich zwischen 1984 und 2014 in Kombination mit detaillierten Temperaturaufzeichnungen aus 39 Bezirken. Die aktuell im Fachmagazin „American Journal of Human Biology“ veröffentlichten Ergebnisse rücken eine bislang kaum beachtete Auswirkung der Klimaerwärmung ins Blickfeld.

Temperatureffekte in verschiedenen Schwangerschaftsphasen

Neben der Umgebungstemperatur analysierte das Forschungsteam auch weitere relevante Einflussfaktoren auf das fetale Wachstum. Dazu zählen Alter und Bildungsstand der Mutter, das Geschlecht des Kindes, die Schwangerschaftsdauer, das Geburtsjahr, die Anzahl vorheriger Geburten sowie die Herkunft. Die Ergebnisse zeigen: Höhere Umgebungstemperaturen stehen in bestimmten Phasen der Schwangerschaft mit einer geringeren Körperlänge des Neugeborenen in Zusammenhang. Besonders deutlich ist dieser Effekt in den ersten Wochen nach der Empfängnis sowie erneut ab etwa der 15. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt. In der mittleren Phase der Schwangerschaft (Wochen zehn bis 14) konnte hingegen keine Verbindung festgestellt werden.

Kleine, aber messbare Effekte

Insgesamt fällt der beobachtete Effekt relativ klein aus: Für ein Neugeborenes mit einem Geburtstermin Ende Januar betrug die vorhergesagte Körperlänge 51,34 Zentimeter. Eine hypothetische Verschiebung des Geburtstermins auf April oder Juli führte innerhalb des Datensatzes zu einer um etwa 0,5 Millimeter verringerten Prognose der Körperlänge. Eine weitere Verschiebung auf Oktober ging mit einer insgesamt um etwa 0,8 Millimeter geringeren Körperlänge im Vergleich zur Geburt im Januar einher. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise darauf, dass Umweltfaktoren wie Temperatur das fetale Wachstum beeinflussen können.

Limitationen der Studie

Die Forschenden weisen auf mehrere Einschränkungen der Studie hin. Es wurden lediglich Assoziationen untersucht, keine kausalen Zusammenhänge. Zudem fehlten Daten zu wichtigen mütterlichen Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten oder Body-Mass-Index. Eine wesentliche Limitation ist das Fehlen individueller Daten zur tatsächlichen Zeit, die Schwangere im Freien verbrachten. Die Temperaturexposition wurde anhand des registrierten Wohnorts der Mutter ermittelt, ohne Informationen über Aufenthalte in anderen Regionen während der Schwangerschaft. Auch Daten zur Nutzung von Klimaanlagen lagen nicht vor. Darüber hinaus fehlten Daten zur Luftfeuchtigkeit über den gesamten Studienzeitraum. Künftige Studien sollten kombinierte Hitzeindizes verwenden, die sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit berücksichtigen.

Weitere Forschung notwendig

„Die Studie zeigt, dass Hitzeexposition in der Schwangerschaft wissenschaftlich und gesundheitspolitisch stärker berücksichtigt werden sollte. Angesichts der Klimaerwärmung mit weiter steigenden Temperaturen braucht es jedenfalls weitere Studien, um Mechanismen besser zu verstehen und Präventionsstrategien für schwangere Frauen zu entwickeln.“


Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Waldhör, Medizinische Universität Wien

Quelle:

  1. Pressemitteilung der Medizinsichen Universität Wien vom 03.06.2026: Höhere Umgebungstemperatur in Schwangerschaft mit geringerem fetalen Wachstum assoziiert
  2. Waldhoer T, Kirchengast S, Yang L. Climate Matters—Association Between Ambient Temperature During Pregnancy and Birth Length in Austria Between 1984 and 2014—A Population-Based Study . Am J Hum Biol 2026; 28(5): e70273

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