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Immuntherapie beim Ovarialkarzinom durch Fettgewebe beeinflusst

3D-Illustration von Tumor- und Immunzellen – Immuntherapie beim Ovarialkarzinom wird durch Fettgewebe beeinflusst

Quelle: © Justlight – stock.adobe.com

Immuntherapie beim Ovarialkarzinom durch Fettgewebe beeinflusst

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Erschienen in: gyne

Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren zeigen beim Ovarialkarzinom bislang nur begrenzte Wirkung. Forschende vom Helmholtz Institut für Translationale Onkologie haben nun festgestellt, dass Fettstoffwechsel-Prozesse im Tumorumfeld hierfür eine entscheidende Rolle spielen. Makrophagen geraten durch Fettaufnahme unter oxidativen Stress und unterdrücken die Immunantwort. Die Blockade bestimmter Rezeptoren wie CCR5 oder CD36 kann diesen Zustand umkehren und die Immuntherapie wirksamer machen. Patientinnen mit Metastasen im Bauchnetz sprechen häufiger auf die Therapie an.

Tumorausbreitung im Bauchnetz

Ovarialkarzinom und andere Tumorerkrankungen breiten sich häufig in das Bauchnetz aus. Das Team vom Helmholtz Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON Mainz) um Niels Halama untersuchte, wie diese besondere Umgebung die Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunzellen beeinflusst.

Fettgewebe verändert Immunzellen

Die Forschenden entdeckten: In der Nähe von Metastasen im Fettgewebe sammeln sich besonders viele Immunzellen, darunter T-Zellen und tumorassoziierte Makrophagen. Während die T-Zellen durch das Fettgewebe grundsätzlich funktionsfähig bleiben, geraten Makrophagen durch die Aufnahme großer Mengen an Fett unter oxidativen Stress. In diesem Zustand tragen sie zur Unterdrückung der Immunantwort bei und begünstigen letztlich das Tumorwachstum.

Blockade von Signalwegen reaktiviert die Immunabwehr

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten zeigen, dass sich dieser immununterdrückende Zustand der Makrophagen durch gezielte Eingriffe umkehren lässt. In Experimenten mit Tumorgewebe von Patientinnen sowie in Mausmodellen führte die Hemmung des Signalwegs um den Rezeptor CCR5 – etwa mit dem Antagonisten Maraviroc – dazu, dass Makrophagen neu programmiert wurden. T-Zellen konnten dadurch wieder stärker in den Tumor eindringen und Krebszellen wirksamer bekämpfen.

Einen ähnlichen Effekt beobachteten die Forschenden bei der Blockade des Rezeptors CD36. Beide Ansätze reduzierten die Fettbelastung der Makrophagen und stärkten die Immunantwort gegen den Tumor.

Welche Patientinnen profitieren von der Immuntherapie?

Die Studie liefert zudem Hinweise darauf, welche Patientinnen besonders von Therapien mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren profitieren könnten. Patientinnen mit Metastasen im fettreichen Bauchnetz sprachen häufiger auf Checkpoint-Inhibitoren an als Frauen, deren Tumor sich nicht in dieses Gewebe ausgebreitet hat.

Mit bildgebenden Verfahren und maschinellem Lernen entwickelten die Forschenden ein Modell, das sich diese Erkenntnis zunutze macht und anhand von CT-Aufnahmen das Vorliegen von Bauchnetz-Metastasen abschätzen kann. Damit kann eine Prognose über die Wahrscheinlichkeit des Therapieansprechens erstellt werden.

Die Ergebnisse machen deutlich, wie stark Stoffwechselprozesse im Tumorumfeld das Verhalten von Immunzellen beeinflussen. Dieser Einfluss bringt zugleich Vor- und Nachteile für die Patienten. Unsere Ergebnisse können dazu beitragen, dass wie diese Vorgänge in Zukunft bei Krebspatienten auch therapeutisch beeinflussen können.

Prof. Dr. Niels Halama, Vorsitzender des wissenschaftlichen Vorstands am Helmholtz Institut für Translationale Onkologie

Langfristig könnten Kombinationstherapien, die Immuncheckpoint-Inhibitoren mit Wirkstoffen gegen bestimmte Stoffwechsel- oder Entzündungssignale verbinden, die Behandlung von Ovarialkarzinom verbessern.

Quellen:

  1. Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft vom 24.03.2026: Eierstockkrebs: Fettgewebe beeinflusst Wirksamkeit der Immuntherapie
  2. Suarez-Carmona M, Hampel M, Zhang X-W et al. Harnessing lipid-driven immunometabolic pathways in omental metastases to enhance immunotherapy in patients with ovarian cancer . Signal Transduct Target Ther 2026; 11,:78

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