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Implantationsversagen bei chronischer Endometritis

Anatomisches Modell der weiblichen Fortpflanzungsorgane zeigt Gebärmutter mit Endometritis-Entzündung.

Implantationsversagen bei chronischer Endometritis

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Erschienen in: gyne

Wiederholtes Implantationsversagen (RIF) stellt für Betroffene und Behandelnde in der Reproduktionsmedizin eine erhebliche Herausforderung dar. Eine aktuelle retrospektive Fall-Kontroll-Studie aus einem deutschen Fertilitätszentrum liefert neue Erkenntnisse zur Häufigkeit und zum Management der chronischen Endometritis (CE) bei Patientinnen mit RIF. Insbesondere die Rolle der Plasmazelldiagnostik und der gezielten antibiotischen Therapie steht im Fokus der Untersuchung.

Hohe Prävalenz der chronischen Endometritis bei RIF-Patientinnen

Im Rahmen der Studie wurden 147 Patientinnen mit RIF mittels endometrialer Biopsie auf CE untersucht. Die Diagnosestellung erfolgte immunhistochemisch anhand von CD138- und MUM1-positiven Plasmazellen (PCs). Ein Schwellenwert von mindestens fünf PCs pro zehn High-Power-Feldern wurde als diagnostisch relevant definiert. Nach Ausschluss von Biopsien außerhalb des optimalen Zeitfensters (Zyklustage 8–9) zeigte sich bei 40,2 % der untersuchten Patientinnen eine CE. Die Sensitivität der Diagnostik war maßgeblich vom Zeitpunkt der Biopsie abhängig.

Hohe Wirksamkeit der Antibiotikabehandlung

Patientinnen mit nachgewiesener CE erhielten zunächst eine 14-tägige Therapie mit Doxycyclin. In über 80 % der Fälle führte dies zu einer Normalisierung der Plasmazellzahl. Persistierende Befunde wurden erfolgreich mit einer Kombination aus Ciprofloxacin und Metronidazol behandelt. Nebenwirkungen oder Komplikationen im Zusammenhang mit der Antibiotikatherapie wurden nicht beobachtet.

Vergleichbare Schwangerschafts- und Geburtenraten nach Behandlung

Im neunmonatigen Follow-up nach Diagnostik und Therapie der CE zeigten sich hinsichtlich Schwangerschafts- und Geburtenraten keine signifikanten Unterschiede zwischen behandelten Patientinnen und solchen ohne CE. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine gezielte Diagnostik und Therapie der CE die Erfolgschancen nach assistierten Reproduktionstechniken (ART) auf das Niveau von Patientinnen ohne CE anheben kann.

Implikationen und Ausblick

Die Studie empfiehlt, bei Patientinnen mit RIF routinemäßig eine endometriale Biopsie zur Plasmazelldiagnostik ab Zyklustag acht durchzuführen. Die gezielte antibiotische Behandlung der CE stellt eine effektive und sichere Option dar, um die Erfolgsaussichten in der Reproduktionsmedizin zu verbessern. Künftig könnten standardisierte diagnostische Algorithmen und Therapieprotokolle zu einer weiteren Optimierung der Versorgung beitragen.

Julina Pletziger

Originalpublikation:
Amrani M, Schaffrath M, Linek B et al. Chronic endometritis identified by plasma cells can often be diagnosed in patients with recurrent implantation failure. European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology 2025; 312:114092. DOI: 10.1016/j.ejogrb.2025.114092

Bilderquelle: amazing studio – stock.adobe.com

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