Gynäkologie » Gynäkologische Infektiologie

»

Leukoplakie der Vulva – Wenn Weißfärbungen ein Warnsignal sind

© Najib Lines - stock.adobe.com

Quelle: © Najib Lines - stock.adobe.com

Leukoplakie der Vulva – Wenn Weißfärbungen ein Warnsignal sind

Fachbeitrag

Gynäkologie

Gynäkologische Infektiologie

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: gyne

Weißliche Veränderungen im Vulvabereich können harmlos sein, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Leukoplakie der Vulva ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hautveränderungen, die von Lichen sclerosus bis hin zu präkanzerösen Läsionen reichen. Dieser Fachartikel bietet einen umfassenden Überblick über Epidemiologie, Pathogenese, Diagnostik und moderne Therapieansätze bei vulvären Leukoplakien – mit besonderem Fokus auf konservative Behandlungsstrategien und praxisnahen Fallbeispielen.

Einleitung

Veränderungen im Bereich der Vulva beinhalten ein breites Spektrum von Läsionen. Dabei existieren zahlreiche harmlose Veränderungen, denen hochpathologische Diagnosen gegenüberstehen, was die behandelnden Fachpersonen vor große Herausforderungen stellen kann.

Der Oberbegriff Vulvadystrophie wurde 1966 von der ISSVD (International Society for the Study of Vulvovaginal Disease) etabliert und umfasst eine Gruppe von Krankheiten, die als Leukoplakie und Kraurose, primäre Vulvaatrophie und hyperplastische Vulvitis bekannt sind.

Nach der Klassifikation von 1987 wurde der Oberbegriff Vulvadystrophie zugunsten der Unterteilung in squamocelluläre Hyperplasie, Lichen sclerosus und andere Dermatosen ersetzt [1, 2]. Seit der Überarbeitung im Jahr 2006 wird der Begriff Dystrophie nicht mehr verwendet, man spricht von nicht-neoplastischen epithelialen Erkrankungen der Vulva.

Der Begriff Leukoplakie der Vulva ist keine spezielle Krankheit, sondern wird für eine ganze Gruppe verschiedener Läsionen mit weißer Farbe verwendet, die durch Leukodermie, Vitiligo, chronische Infektionen, gutartige Tumore, Dystrophien und sogar invasive Karzinome verursacht werden [2].

Yordanov et al. beschreiben die Leukoplakie und die damit zusammenhängenden Erscheinungsbilder recht gut [3]. Die Leukoplakie von Vulva und Damm ist also keine histologische Diagnose, denn sie umfasst mehrere Erkrankungen.

Was ist Leukoplakie der Vulva?

Definition und Klassifikation

So beispielsweise Lichen sclerosus und Plattenepithelhyperplasie der Vulva – beide haben eine ähnliche Ätiologie und ein ähnliches klinisches Bild, weisen jedoch unterschiedliche histopathologische Veränderungen auf.

Diese Veränderungen beeinträchtigen die Lebensqualität und bergen das Risiko von Entartung und Malignität. Auch die jeweils zugehörigen Rezidivraten sind hoch.

Lichen sclerosus ist selbst als eine Manifestation der begrenzten Sklerodermie zu betrachten. Auch Tatarchuk et al. [4] sind der Meinung, dass der Lichen sclerosus eine der Formen der begrenzten Sklerodermie darstellt.

Vulväre Präkanzerosen

Auch im Bereich der vulvären Präkanzerosen werden verruköse Leukoplakien neben verschiedenen Erkrankungen beschrieben, darunter:

  • Intraepithelialen Vulvaneoplasien
  • Die Paget-Krankheit
  • Präkanzeröse zirkumskripte Melanose
  • Malignes Melanom der Clark-Ebene I
  • Vulvadystrophie mit Atypien
  • Das Riesenkondylom nach Buschke-Löwenstein
  • Chronische Hautschäden [5]

Autor: N. Zahedi

Geschützte Inhalte gemäß Heilmittelwerbegesetz (HWG)

Die Inhalte dieser Seite unterliegen dem Heilmittelwerbegesetz (HWG) und sind daher nur nach Anmeldung zugänglich. Bitte loggen Sie sich ein, um auf alle geschützten Informationen, Materialien und das exklusive E-Paper zugreifen zu können.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Karin & Uwe Annas - stock.adobe.com

Schwangerenvorsorge und Krebsfrüherkennung vor Budgetierung

Berufspolitik

Schwangerenvorsorge und Krebsfrüherkennung stehen vor einer möglichen Budgetierung. BVF und DGGG erklären, welche Folgen das für Praxen und Patientinnen haben könnte und warum eine Ausnahme entscheidend ist.

Gynäkologie

Prävention und Früherkennung

Beitrag lesen
© LASZLO - stock.adobe.com

Immuntherapie beim TNBC gezielter einsetzen

Aktuelles

Neue Studiendaten zur Immuntherapie beim triple-negativen Brustkrebs zeigen: Nicht jede Patientin mit triple-negativem Brustkrebs profitiert gleich stark von Atezolizumab – Biomarker könnten künftig die Auswahl erleichtern.

Gynäkologie

Senologie

Mammakarzinom

Beitrag lesen
© Yura Yarema - stock.adobe.com

Rheuma und Schwangerschaft heute meist vereinbar

Aktuelles

Rheuma und Schwangerschaft gelten heute meist als gut vereinbar. Neue Studien zeigen, wie Ärztinnen und Ärzte Risiken früh erkennen und Therapien gezielt anpassen, um Mutter und Kind zu schützen.

Gynäkologie

Schwangerschaft

Allgemeines

Beitrag lesen