Gynäkologie » Senologie » Mammakarzinom

»

(Neo-)Adjuvante endokrine Therapie des primären Mammakarzinoms

Eine junge Frau mit Krebs mit eine Tuch über dem haarlosen Kopf nimmt eine Tablette.

Quelle: © Drazen – stock.adobe.com

(Neo-)Adjuvante endokrine Therapie des primären Mammakarzinoms

Fachartikel

Gynäkologie

Senologie

Mammakarzinom

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: gynäkologische Praxis

Das Hormonrezeptor-positive Mammakarzinom ist die häufigste Brustkrebserkrankung. Moderne adjuvante endokrine Therapien wie Tamoxifen und Aromatasehemmer senken Rückfall- und Sterblichkeitsrisiken deutlich – dennoch fordert das Nebenwirkungsmanagement und die Therapiewahl viel Individualität.

Zusammenfassung

Das Hormonrezeptor(HR)-positive Mammakarzinom ist mit etwa 80 % der Diagnosen die häufigste Form einer Brustkrebserkrankung. Die adjuvante endokrine Therapie, meist mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern, senkt das Rezidiv- und Sterblichkeitsrisiko signifikant. Aromatasehemmer sind insbesondere bei postmenopausalen Frauen wirksamer, erhöhen jedoch das Knochenbruch- und Osteoporoserisiko, weshalb Präventionsmaßnahmen wie Kalzium/Vitamin D und Bisphosphonate empfohlen werden. Bei HR+ Tumoren besteht ein Risiko für späte Metastasierungen – daher wird in Hochrisikofällen eine verlängerte Therapie (über 5 Jahre hinaus) empfohlen. Prämenopausale Patientinnen erhalten meist Tamoxifen, bei erhöhtem Risiko zusätzlich eine ovarielle Suppression. Die Herausforderung liegt in der Therapietreue, da Nebenwirkungen wie Gelenkschmerzen oder Hitzewallungen häufig auftreten und zu Therapieabbrüchen führen können. Neue Therapievariationen verbessern die Adhärenz. Bei besonders hohem Risiko wird die Kombination mit Abemaciclib oder Ribociclib empfohlen, die Rezidivraten weiter senken, aber zusätzliche Nebenwirkungen bringen. Schwach ER-positive Tumore verhalten sich aggressiver und sprechen weniger gut auf die endokrine Therapie an, was eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfordert. Die Empfehlungen der AGO Mamma bieten einen guten Überblick für Therapieentscheidungen.

Autorinnen und Autor: O. Gluz, I. Scheffen, K. Krauss, M. ten Busch, R. von Schumann
Lesen Sie den kostenpflichtigen Originalbeitrag zu diesem Thema in gynäkologische praxis 2026; 54 (1): 62-74.

zum vollständigen kostenpflichtigen Artikel

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Symbolbild Fallbeispiel

Ich habe Krebs, oder?

Fachartikel

Eine 60-jährige Patientin mit zystisch-solider Raumforderung im Endometrium stellte sich mit großer Sorge vor einer möglichen Krebsdiagnose vor. Die Hysteroskopie sollte Klarheit über den Endometriumpolyp bringen.

Gynäkologie

Benigne Uteruserkrankungen

Polypen

Beitrag lesen
Illustration mit den Buchstaben P M O S und stilisiertem Uterus als Symbol fuer das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom PMOS statt PCOS

Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom: PMOS statt PCOS

News

Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom ersetzt PCOS: 14 Jahre globale Forschung führen zu neuem Namen für Erkrankung, die 170 Millionen Frauen betrifft – für bessere Diagnose und Versorgung.

Gynäkologie

Gynäkologische Endokrinologie

Beitrag lesen
Anatomisches Modell von weiblichem Becken und Beckenbodenmuskulatur als Symbol fuer die Ueberarbeitung der S3 Leitlinie zum Descensus genitalis

Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Descensus genitalis

News

Descensus genitalis betrifft viele Frauen und die Therapieoptionen sind vielfältig. Die aktualisierte S3-Leitlinie gibt zudem erstmals Empfehlungen zur Prävention und zur Therapie bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung.

Gynäkologie

Urogynäkologie

Beitrag lesen