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Opportunistische Salpingektomie könnte jedes siebte Ovarialkarzinom verhindern

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Opportunistische Salpingektomie könnte jedes siebte Ovarialkarzinom verhindern

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Erschienen in: gyne

Die Entfernung der Eileiter anlässlich eines anderen chirurgischen Eingriffs, auch als opportunistische Salpingektomie bezeichnet, könnte die Zahl der zumeist tödlichen Ovarialkarzinome um bis zu 15 % senken und dem Gesundheitswesen in Deutschland bis zu 10 Millionen Euro im Jahr einsparen, rechnet ein Forscher­team in PLOS Medicine (PLoS Med 2025; 22(1): e1004514) vor.

Im Jahr 2020 sind in Deutschland 7.180 Frauen an einem Ovarialkarzinom erkrankt und 5.265 daran gestor­ben. Der dritthäufigste gynäkologische Krebs ist damit insgesamt selten, aber er endet noch immer häufig tödlich.

Eine effektive Früherkennung gibt es nicht und zu einer prophylaktischen Entfernung der Ovarien wird wegen der hormonellen Störungen nur in Ausnahmefällen geraten – etwa bei einem hohen genetischen Risiko.

Viele Ovarialkarzinome treten nicht im Ovar, sondern in den Eileitern auf. Sie entstehen vermutlich aus Zellen, die sich während der Ovulation mit der Eizelle aus dem Ovar gelöst und im distalen Bereich der Eileiter implan­tiert haben.

Dort entwickelt sich zunächst ein seröses tubares intraepitheliales Karzinom (STIC), aus dem dann ein seröses high-grade Karzinom entsteht, ein Ovarialkarzinom mit einer besonders schlechten Prognose. Dies bedeutet, dass eine rechtzeitige Entfernung der Eileiter (bilaterale Salpingektomie) Frauen vor einem Tod am Ovarial­karzinom schützen könnte.

Eine Analyse der schwedischen Patientenregister ergab, dass Frauen nach einer bilateralen Salpingektomie, die beispielsweise zur Sterilisation oder im Rahmen einer Hysterektomie durchgeführt wurde, später seltener an einem Ovarialkarzinom erkrankten (J Natl Cancer Inst 2015; 107(2): dju410).

Die neuen Erkenntnisse haben auch in Deutschland zu einer Zunahme der opportunistischen Salpingekto­mien geführt. Die Regel ist sie jedoch nicht. Ein Team um Ingo Runnebaum von der Universität Jena hat jetzt in einer Entscheidungsbaumanalyse berechnet, wie sich eine konsequente opportunistische Salpingektomie auf die Neuerkrankungen am Ovarialkarzinom auswirken könnte.

Ergebnis: Würde die opportunistische Salpingektomie nur im Rahmen der Sterilisierung und Hysterektomie durchgeführt, käme es zu 5,48 % weniger Ovarialkarzinomen. Würde die opportunistische Salpingektomie auf alle gynäkologischen Eingriffe ausgedehnt, könnte die Rate der Ovarialkarzinome um 9,78 % sinken.

Wenn auch im Rahmen der Bauchchirurgie regelmäßig die Eileiter entfernt werden würden, etwa anlässlich einer Gallenoperation, könnte die Zahl der Ovarialkarzinome um 15,34 % sinken. Deutschlandweit käme es (bei Zahlen von 2020) pro Jahr zu 395, 703 beziehungsweise 1.099 weniger Erkrankungen.

Um ein Ovarialkarzinom zu verhindern, müssten nach den drei Szenarien nur etwas mehr als 200 Eingriffe (Num­ber Needed to Treat) durchgeführt werden. Dies macht die opportunistische Salpingektomie auch aus Kosten­gründen attraktiv. Denn die Behandlung eines Ovarialkarzinoms ist wesentlich teurer als 200 opportunistische Salpingektomien – für welche die Kliniken weniger als 300 Euro in Rechnung stellen.

Wenn diese Eingeriffe also in Gynäkologie und Bauchchirurgie regelmäßig durchgeführt werden würden, könnten die jährlichen geschätzten Kosteneinsparungen für die Gesundheitsversorgung in Deutschland mehr als 10 Millionen Euro betragen, schreibt das Team.

Quelle: aerzteblatt.de

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