Gynäkologie » Schwangerschaft » Allgemeines

»

Paracetamol in der Schwangerschaft ist sicher

Schwangere erhält Beratung zur sicheren Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft.

Quelle: Syda Productions - stock.adobe.com

Paracetamol in der Schwangerschaft ist sicher

News

Gynäkologie

Schwangerschaft

Allgemeines

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: gyne

Paracetamol in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern nicht signifikant. Das zeigt eine Meta-Analyse im Fachjournal „The Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women’s Health”. Die Untersuchung bestätigt, dass die Einnahme von Paracetamol das Risiko für Autismus-Spektrum-Störung, ADHS oder geistige Behinderung nicht erhöht. Dr. Wolfgang Paulus von der Universitätsfrauenklinik Ulm betont, dass die Studie die Sicherheit von Paracetamol bestätigt.

Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt: Die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern nicht signifikant. Die systematische Übersichtsarbeit erschien im Fachjournal „The Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women’s Health”.

US-Regierung forderte Änderung der Sicherheitskennzeichnung

Im vergangenen Herbst betonte die US-Administration um Donald Trump einen Zusammenhang zwischen Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus. Die Regierung beauftragte die US-Zulassungsbehörde, die Sicherheitskennzeichnung zu ändern. In Deutschland wird Paracetamol als Schmerz- und fiebersenkendes Mittel auch während der Schwangerschaft empfohlen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) stellte klar, dass sich die Empfehlungen in der EU nicht ändern.

Schwedische Studie zeigte keine Assoziation

In einer Studie aus 2024 mit 2,5 Millionen Kindern aus Schweden fanden Forschende zunächst Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen wie Autismus-Spektrum-Störung und ADHS nach Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft. Diese Assoziation konnte jedoch bei einem Vergleich von Geschwisterpaaren nicht nachgewiesen werden.

Meta-Analyse bestätigt fehlende Risikoerhöhung

Die nun vorliegende Meta-Analyse bestätigt diese Ergebnisse. Das Forschungsteam untersuchte das Chancenverhältnis für das Auftreten neurologischer Entwicklungsstörungen. Die Untersuchung zeigt, dass die Einnahme von Paracetamol das Risiko auf die Entwicklung einer Autismus-Spektrum-Störung, einer ADHS oder einer geistigen Behinderung nicht signifikant erhöht.

Die Evidenz wird bei Studien stärker untermauert, in denen Verzerrungen reduziert werden. In der Analyse sind dies die Geschwister-kontrollierten Studien, da Störfaktoren wie Risikofaktoren der Mutter oder das familiäre Umfeld ähnlich sind. Der Effekt von Paracetamol in der Schwangerschaft auf die neurologische Entwicklung verschwindet in den kontrollierten Studien.

Experte bestätigt Sicherheit von Paracetamol

Dr. Wolfgang Paulus, Oberarzt und Leiter der Beratungsstelle für Reproduktionstoxikologie an der Universitätsfrauenklinik Ulm, gab gegenüber dem Science Media Center (SMC) ein ausführliches Statement ab und zog das folgende Fazit:

Die aktuelle Publikation sieht keinen Beleg für einen klinisch relevanten Anstieg der Wahrscheinlichkeit von Autismus-Spektrum-Störungen, ADHS oder geistiger Behinderung bei Kindern von Schwangeren, die Paracetamol gemäß den Verordnungsempfehlungen einnehmen. Dies bestätigt die bestehenden Empfehlungen zur Sicherheit dieses Medikaments.

Dr. Wolfgang Paulus, Oberarzt und Leiter der Beratungsstelle für Reproduktionstoxikologie an der Universitätsfrauenklinik Ulm

Paulus betonte zudem, dass Paracetamol dennoch – wie auch jedes andere Medikament – in der Schwangerschaft unter strenger Indikationsstellung so kurz und moderat dosiert wie möglich angewendet werden sollte.

Quellen:

1. D’Antonio F, Flacco ME, Della Valle L et al. Prenatal paracetamol exposure and child neurodevelopment: a systematic review and meta-analysis. Lancet Obstet Gynaecol Womens Health 2026

2. Pressemitteilung des Science Media Centers vom 17.01.2026: Kein erhöhtes Risiko durch Paracetamol in der Schwangerschaft auf neurologische Entwicklungsstörungen

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Symbolbild Fallbeispiel

Ich habe Krebs, oder?

Fachartikel

Eine 60-jährige Patientin mit zystisch-solider Raumforderung im Endometrium stellte sich mit großer Sorge vor einer möglichen Krebsdiagnose vor. Die Hysteroskopie sollte Klarheit über den Endometriumpolyp bringen.

Gynäkologie

Benigne Uteruserkrankungen

Polypen

Beitrag lesen
Illustration mit den Buchstaben P M O S und stilisiertem Uterus als Symbol fuer das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom PMOS statt PCOS

Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom: PMOS statt PCOS

News

Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom ersetzt PCOS: 14 Jahre globale Forschung führen zu neuem Namen für Erkrankung, die 170 Millionen Frauen betrifft – für bessere Diagnose und Versorgung.

Gynäkologie

Gynäkologische Endokrinologie

Beitrag lesen
Anatomisches Modell von weiblichem Becken und Beckenbodenmuskulatur als Symbol fuer die Ueberarbeitung der S3 Leitlinie zum Descensus genitalis

Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Descensus genitalis

News

Descensus genitalis betrifft viele Frauen und die Therapieoptionen sind vielfältig. Die aktualisierte S3-Leitlinie gibt zudem erstmals Empfehlungen zur Prävention und zur Therapie bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung.

Gynäkologie

Urogynäkologie

Beitrag lesen