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Prävention braucht konkrete Maßnahmen

Lila Schleife für Weltkrebstag Awareness in Händen vor „World Cancer Day“-Schild.

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Prävention braucht konkrete Maßnahmen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Onkologische Prävention erfordert konkrete Maßnahmen statt bloßer Awareness-Kampagnen. Mit dem HPV-Awareness-Month im Rücken fordert der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte genau dies für die Prävention des Zervixkarzinoms. Er thematisiert Ansatzpunkte wie Schulimpfprogramme, Erinnerungssysteme und bessere Vergütung für die Beratung. Die HPV-Impfquoten liegen in Deutschland bei nur 55 % bei Mädchen und 34 % bei Jungen – weit unter dem Ziel von 90 %. Auch das gesamte Konzept der gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen muss in diesem onkologischen Kontext genannt werden, denn auch hier besteht deutlicher Verbesserungsbedarf. Eine aktuelle Umfrage zum Weltkrebstag zeigt: 84 % der Befragten halten Vorsorge für wichtig, aber nur 42 % nehmen sie regelmäßig wahr.

Auf Awareness müssen Maßnahmen folgen

HPV-Prävention: Berufsverband fordert konkrete Maßnahmen statt Awareness

HPV-Awareness-Monat, Weltkrebstag, San Antonio Breast Cancer Symposium – in den vergangenen Wochen rückten Zervixkarzinom und weitere gynäkoonkologische Erkrankungen verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Das ist wichtig und richtig. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine erhebliche Lücke, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Große Lücke zwischen Wissen und Handeln bei der Vorsorge

Anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar befragte das Healthtech-Unternehmen Doctolib gemeinsam mit YouGov 2.056 Menschen in Deutschland repräsentativ zu Vorsorge und Früherkennung. Die Ergebnisse sind ernüchternd: 84 % der Befragten halten Vorsorge für wichtig, aber nur 42 % nehmen empfohlene Untersuchungen regelmäßig wahr. Frauen gehen häufiger zur Vorsorge als Männer (49 % vs. 34 %). 34 % der Befragten fühlen sich über bestehende Angebote zur Vorsorge schlecht informiert.

Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) fordert deshalb zum Ende des HPV-Awareness-Monats konkrete Schritte.

Bewusstsein allein schützt nicht vor Krebs, wirkungsvollere und verbindliche Präventionsmaßnahmen sind jetzt gefragt. Aufmerksamkeit ist ein erster Schritt, doch wir müssen diese Energie in nachhaltige Präventionspolitik umwandeln. Ohne verbindliche Strukturen verpufft das Bewusstsein wieder zu schnell.

Dr. Cornelia Hösemann, 3. Vorsitzende des BVF

HPV-Impfquoten in Deutschland zu niedrig

Jedes Jahr erkranken in Deutschland tausende Frauen an Gebärmutterhalskrebs, eine nahezu vollständig durch HPV-Infektionen verursachte Erkrankung. Auch andere Krebsformen an Anus, Vulva oder Rachen werden durch das Humane Papillomvirus (HPV) verursacht. Trotz verfügbarer Impfstoffe bleiben die HPV-Impfquoten noch immer deutlich unter dem strategischen Ziel von 90 % zurück. Die vollständige HPV-Impfserie liegt bei 15-jährigen Mädchen bei rund 55 Prozent und bei Jungen bei etwa 34 Prozent.

Drei konkrete Forderungen des BVF

Um die HPV-Prävention verbindlich zu verankern, fordert der BVF drei Maßnahmen: Erstens sollen Schulimpfprogramme und HPV-Aufklärung systematisch in den Schulalltag integriert werden, um Mädchen und Jungen ab dem neunten Lebensjahr niedrigschwellig zu erreichen. Zweitens müssen Einladungs- und Impferinnerungssysteme zur Regelversorgung gehören. Drittens plädiert der BVF für eine angemessene Vergütung ärztlicher Beratungsleistungen.

Wir müssen endlich dahin kommen, dass HPV-Schutz nicht nur Thema für einen Awareness-Monat ist, sondern tägliche politische und gesellschaftliche Realität – für die Gesundheit der aktuellen wie der nächsten Generation.

Dr. Nicole Mattern, Vorstandsmitglied des BVF



Im Fachbeitrag „Prävention, Früherkennung und Therapie des Zervixkarzinoms – ein Update“ spricht Prof. Gerhard Gebauer über:

  • Erhebliche Krankheitslast des Zervixkarzinoms in Deutschland
  • HPV-Impfquote unter 50 Prozent verhindert WHO-Eliminationsziele
  • Australien als Vorbild: Schulimpfprogramme senken Krankheitslast drastisch
  • Optimierung des Screenings durch Self-Sampling und Biomarker
  • Neue Therapien: Pembrolizumab verbessert Prognose bei fortgeschrittenen Karzinomen
  • Politische Umsetzung effektiver Präventionsstrategien als Schlüssel zur Elimination
ZuM bEITRAG

Quellen:

1. Pressemitteilung der Doctolib GmbH vom 04.02.2026 : Studie zeigt Präventions-Paradox in Deutschland: 84 Prozent finden Vorsorge wichtig – nur 42 Prozent gehen hin

2. Pressemitteilung des Pressemitteilung des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) vom 26.01.2026 : Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte zieht Bilanz zum HPV-Awareness-Monat: Aufmerksamkeit ist ein erster Schritt – jetzt müssen Maßnahmen folgen

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