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Prävention in der Schwangerschaft bei E-Zigaretten lückenhaft

Schwangere hält einen orangefarbenen Vaper neben ihrem Bauch – Vapen in der Schwangerschaft ist gefährlich.

Quelle: © Михаил Решетников – stock.adobe.com

Prävention in der Schwangerschaft bei E-Zigaretten lückenhaft

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Eine Studie zur Prävention in der Schwangerschaft zeigt: E-Zigaretten werden von Fachpersonen häufig unterschätzt. Viele Gynäkologinnen, Gynäkologen und Hebammen schätzen Vapen als weniger schädlich ein als Rauchen. Das Universitätsklinikum Tübingen untersuchte Wahrnehmung und Beratungsverhalten. Die Ergebnisse verdeutlichen: Fachpersonal muss besser geschult werden. Auch E-Zigaretten enthalten Nikotin, das die kindliche Entwicklung beeinträchtigt. Gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote können die Prävention in der Schwangerschaft verbessern.

Prävention bei E-Zigaretten wird vernachlässigt

Tabakkonsum in der Schwangerschaft bleibt ein relevantes Gesundheitsthema. Für Deutschland liegen zwar keine bundesweiten Daten vor, regionale Erhebungen zeigen jedoch, dass rund 16 % der Schwangeren weiterhin rauchen. Der Konsum von E-Zigaretten wird je nach Studie bei etwa 2–5 % der Schwangeren beobachtet. Beratungs- und Unterstützungsangebote durch Fachpersonen gelten als entscheidender Faktor für das Erreichen und Umsetzen der Abstinenz.

E-Zigaretten werden häufig unterschätzt

Die Tübinger Studie zeigt, dass E-Zigaretten von vielen Fachpersonen aus der Gynäkologie und Sozialarbeit sowie Hebammen aus Schwangerenberatungsstellen als etwas weniger schädlich eingeschätzt werden als klassische Zigaretten. Ebenfalls deutlich wurde, dass seltener nach dem Konsum von E-Zigaretten gefragt oder diesbezüglich beraten wird. Medizinisch ist diese Unterscheidung jedoch nicht gerechtfertigt, wie andere Studien vielfach belegen. Auch beim Vapen wird Nikotin aufgenommen, das die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen kann. Internationale Studien weisen zudem darauf hin, dass E-Zigaretten in der Schwangerschaft häufig nicht als vollständiger Ersatz, sondern ergänzend zum Rauchen genutzt werden.

Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass es weiterhin einen hohen Informationsbedarf gibt und Fachpersonal besser geschult werden muss – insbesondere im Hinblick auf E-Zigaretten. Viele Schwangere wünschen sich Orientierung und eine klare Einordnung der Risiken.

Dr. Annette Binder, Ärztin in Weiterbildung und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Allgemeinen Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen

Schwangerschaft als Chance für Prävention

Die Autorinnen und Autoren ordnen ihre Ergebnisse im Konzept des sogenannten „teachable moment” ein. Eine Schwangerschaft kann ein Zeitraum sein, in dem gesundheitliche Informationen besonders wirksam sind, weil sich die Wahrnehmung von Verantwortung und Risiko verändert. Voraussetzung dafür ist jedoch eine sensible und unterstützende Ansprache.

Eine wichtige Rolle kommt dabei Gesundheitsfachkräften wie Ärztinnen, Ärzten und Hebammen zu. Sie stehen in engem Kontakt mit den Schwangeren und können durch regelmäßige, nicht stigmatisierende Gespräche zur Prävention beitragen. Die Studie zeigt zugleich, dass Wissen, Risikowahrnehmung und Beratungspraxis je nach Berufsgruppe variieren. Dies ist ein Hinweis darauf, dass gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote sinnvoll sein können.

Impulse für Praxis und Gesundheitskommunikation

Die Studienergebnisse liefern wichtige Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung von Präventionsstrategien. Neben klarer, evidenzbasierter Aufklärung über Risiken sollten Präventionsangebote die individuellen Lebenslagen Schwangerer berücksichtigen und sowohl Rauchen als auch Vapen systematisch einbeziehen.

Quellen:

1. Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen vom 13.02.2026 : Rauchen und Vapen in der Schwangerschaft gezielt vorbeugen

2. Binder A, Kuitunen-Paul S, Burke M et al. Between Concern and Uncertainty: How Health-Care Professionals Approach Smoking and Vaping in Pregnancy. Nicotine Tob Res 2026; ntag011. doi: 10.1093/ntr/ntag011

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