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Risikoreduzierende Mastektomien: Wann sind sie wie zu diskutieren?

Nahaufnahme eines schwarzen T-Shirts mit einer rosa Schleife auf der Brust einer Frau.

Quelle: © DoloresGiraldez – stock.adobe.com

Risikoreduzierende Mastektomien: Wann sind sie wie zu diskutieren?

Fachbeitrag

Gynäkologie

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mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: gynäkologische Praxis

Risikoreduzierende Mastektomien können das Brustkrebsrisiko bei Frauen mit genetischer Veranlagung deutlich senken. Nutzen und Indikationsstellung hängen jedoch vom individuellen Risikoprofil ab. Entscheidend ist daher eine individuelle, interdisziplinäre Beratung, die genetische, klinische und psychosoziale Faktoren gleichermaßen berücksichtigt.

Zusammenfassung

Risikoreduzierende Maßnahmen sind ein wichtiges präventives Instrument in der Betreuung von Patientinnen mit hereditär erhöhtem Brust- oder auch Eierstockkrebsrisiko, insbesondere bei pathogenen Keimbahnvarianten in den Genen BRCA1 und BRCA2. Während das Lebenszeitrisiko für Brustkrebs in der Allgemeinbevölkerung bei etwa 12–13 % liegt, kann es bei BRCA-Trägerinnen bis zu 70 % betragen. Aufgrund dieses deutlich erhöhten absoluten Risikos gewinnen präventive operative Maßnahmen eine besondere klinische Bedeutung. Die bilaterale risikoreduzierende Mastektomie bei gesunden Hochrisikopatientinnen kann das Brustkrebsrisiko um bis zu 85–100 % senken und stellt eine evidenzbasierte Option dar, die im Rahmen einer strukturierten genetischen und onkologischen Beratung angeboten werden sollte. Ergänzend stellt die risikoreduzierende bilaterale Salpingo-Oophorektomie (RRBSO) eine effektive Maßnahme zur Senkung des Eierstockkrebsrisikos sowie zur Reduktion der Gesamtmortalität dar und wird leitliniengerecht insbesondere bei BRCA-Trägerinnen nach abgeschlossener Familienplanung empfohlen.
Bei bereits an Brustkrebs erkrankten Patientinnen ist die Indikation zur kontralateralen risikoreduzierenden Mastektomie differenziert zu bewerten. Für BRCA1/2-Trägerinnen zeigen Studien eine signifikante Reduktion des Risikos für kontralateralen Brustkrebs sowie Hinweise auf einen langfristigen Überlebensvorteil, insbesondere bei jüngeren Patientinnen. Für Patientinnen ohne genetische Hochrisikokonstellation besteht hingegen kein gesicherter Überlebensvorteil, sodass die RRCM hier nicht routinemäßig empfohlen wird.
Operativ stehen verschiedene Verfahren wie die Ablatio simplex, die hautsparende und die mamillensparende Mastektomie zur Verfügung. Bei adäquater Patientinnenselektion zeigen sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Lokalrezidivrate oder Gesamtüberleben. Insgesamt erfordern risikoreduzierende Mastektomien eine individuelle, interdisziplinäre Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung genetischer Risiken, klinischer Faktoren, individueller Konstitution, psychosozialer Aspekte und persönlicher Präferenzen.

Autorinnen: J. Veh, N. Ditsch

Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in gynäkologische praxis 2026; 54 (2): 207–215.

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