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Neue Leitlinie zu wiederholten Fehlgeburten

Frau haelt sich im Krankenhauszimmer das Gesicht in den Haenden waehrend ein Arzt vor ihr mit Klemmbrett und Ultraschallbildern steht

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Neue Leitlinie zu wiederholten Fehlgeburten

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Unter Leitung der DGGG wurde die S2k-Leitlinie zu wiederholten Fehlgeburten umfassend aktualisiert. Sie empfiehlt eine individuelle Diagnostik, zum Teil bereits nach zwei statt drei Fehlgeburten, und berücksichtigt erstmals verstärkt männliche Faktoren wie die Spermien-DNA. Eine generelle Heparin- oder ASS-Therapie ohne gesicherte Diagnose ist bei wiederholten Fehlgeburten nicht angezeigt. Auch psychische Belastungen und interdisziplinäre Versorgung stehen im Fokus der bis 2031 gültigen Empfehlungen.

Aktualisierung und Gültigkeit

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) hat die S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten“ aktualisiert. Sie ersetzt die Fassung von 2022 und gilt bis 31. Mai 2031. Grund ist der Bedarf an klaren Diagnoseschritten und Therapieansätzen bei wiederholten Fehlgeburten, denn die Studienlage ist heterogen.

Diagnostik nach zwei wiederholten Fehlgeburten möglich

Laut WHO-Definition liegen wiederholte Spontanaborte ab drei aufeinanderfolgenden Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche vor. Die Leitlinie legt jedoch nahe, dass eine weiterführende Abklärung bereits nach zwei Fehlgeburten sinnvoll sein kann. Ärztinnen und Ärzte entscheiden individuell, abhängig vom Alter der Frau und der reproduktionsmedizinischen Gesamtsituation.

„Nach wiederholten Fehlgeburten brauchen Paare vor allem Klarheit und eine verlässliche medizinische Orientierung. Die neue Leitlinie unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, die Diagnostik gezielt auf die individuelle Situation abzustimmen und unnötige Untersuchungen zu vermeiden.“


Prof. Dr. Bettina Toth, Leitlinienkoordinatorin

Frau und Mann gemeinsam im Blick

Die Ursachen wiederholter Fehlgeburten reichen von genetischen und anatomischen Faktoren über endokrinologische Erkrankungen bis zu Lebensstil und psychischer Belastung. Die Leitlinie berücksichtigt nun auch verstärkt männliche Faktoren wie Veränderungen der Samenqualität oder der Spermien-DNA. Wiederholte Fehlgeburten betreffen damit das Paar, nicht allein die Frau.

Abortmaterial und gezielte Therapie bei wiederholten Fehlgeburten

Die genetische Untersuchung von Abortmaterial liefert wichtige Hinweise. Liegen keine Befunde vor, empfiehlt die Leitlinie eine zytogenetische Untersuchung. Bei der eigentlichen Therapie setzt sie auf klaren Ursachenbezug: Heparin ohne nachgewiesene Thrombophilie ist nicht angezeigt, ASS zeigt bei ungeklärten wiederholten Fehlgeburten ebenfalls keinen Vorteil.

Psychische Belastung und interdisziplinäre Versorgung

Wiederholte Fehlgeburten belasten Paare oft stark psychisch. Die Leitlinie empfiehlt psychotherapeutische Unterstützung bei Bedarf. Die Versorgung erfordert häufig interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedensten Fachbereichen. So etwa mit Humangenetik, Urologie, Sexualmedizin und Endokrinologie.

Hintergrund der Leitlinie

Komplexe biologische Vorgänge und eine heterogene Studienlage erschweren rationale Entscheidungen bei wiederholten Fehlgeburten. Die Leitlinie strukturiert die Paardiagnostik und definiert exakte Indikationen für Therapieformen.

Quelle: Pressemitteilung der DGGG

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