Eine weltweit erste Machbarkeitsstudie zeigt, dass hochintensiver fokussierter Ultraschall beim fetofetalen Transfusionssyndrom sicher anwendbar ist. Die nicht-invasive Methode blockierte 90 Prozent der behandelten Plazenta-Gefäße ohne Nebenwirkungen. Ob HIFU das Syndrom therapeutisch wirksam behandeln kann, soll eine größere klinische Studie klären. Die Methode könnte künftig eine Alternative zur invasiven Lasertherapie werden.
Hochintensiver fokussierter Ultraschall zur Behandlung
Eine experimentelle, nicht-invasive Methode mit hochenergetischen Schallwellen ist sicher und könnte das fetofetale Transfusionssyndrom behandeln. Das zeigt eine Machbarkeitsstudie mit Patientinnen aus Großbritannien und Europa.
Das Imperial College London und der Imperial College Healthcare NHS Trust leiteten die weltweit erste Studie dieser Art. Sie belegt, dass hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) den Blutfluss in den abnormalen Plazenta-Gefäßen sicher stoppen kann.
Mögliche Alternative zur Lasertherapie
Die Forschenden haben noch nicht nachgewiesen, ob HIFU das fetofetale Transfusionssyndrom stabilisieren oder rückgängig machen kann. Dies soll im Anschluss eine größere Studie klären. Die Ergebnisse wurden im American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlicht. Die Machbarkeitsstudie umfasste zehn Frauen. Das Institute of Cancer Research in London entwickelte das HIFU-Gerät.
Das fetofetale Transfusionssyndrom betrifft zehn bis 15 Prozent eineiiger Zwillinge mit gemeinsamer Plazenta. Der Blutfluss zwischen den Babys ist unausgeglichen, weshalb ein Zwilling zu viel Blut erhält, der andere zu wenig. Beide Kinder können Schaden nehmen, der in schweren Fällen vom Organversagen bis hin zum Tod eines oder beider Babys reichen kann.
Die aktuelle Standardtherapie verläuft unter Einsatz eines Fetoskops, welches in die Gebärmutter eingebracht wird. Im Anschluss werden die gemeinsamen Blutgefäße mithilfe eines Lasers verschlossen. Die Lasertherapie ist oft erfolgreich, kann jedoch Komplikationen verursachen und zu Fehlgeburten führen.
Machbarkeitsstudie zum fetofetalen Transfusionssyndrom
Die Machbarkeitsstudie untersuchte, ob ultraschallgesteuerter HIFU zwischen der zwölften und 17. Schwangerschaftswoche sicher anwendbar ist. Die Forschenden nutzten einen Doppler-Ultraschall, um die Blutgefäße in der Plazenta, die das fetofetale Transfusionssyndrom verursachten, sicher zu identifizieren.
Ein Strahl hochenergetischer Schallwellen aus einem Gerät außerhalb des Körpers erhitzte und blockierte diese Blutgefäße präzise. So konnte der Blutfluss zwischen den beiden Babys wieder ausgeglichen werden.
Im Rahmen der Studie konnte der Blutfluss in 90 Prozent der behandelten Plazenta-Gefäße blockiert werden, wobei für die teilnehmenden Frauen und ihre ungeborenen Zwillinge keine unerwünschten Nebenwirkungen der Behandlung verzeichnet werden konnten.
Bei etwa der Hälfte der Frauen war im Nachgang eine Weiterbehandlung nötig, so unter anderem auch Laserablationen. Zudem überlebten einige der Babys leider nicht.
Dennoch konnte gezeigt werden, dass die Methode den Blutfluss den Blutfluss in den behandelten Gefäßen blockieren konnte. „Dies ist sehr vielversprechende Forschung. Sie bestätigt zum ersten Mal, dass dieses nicht-invasive Verfahren beim fetofetalen Transfusionssyndrom sicher angewendet werden kann […]“, so Professor Christoph Lees, Studienleiter, zu den Ergebnissen.
Quelle: Mitteilung des Imperial College London vom 10. Juli 2026





