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Studie zur Jugendsexualität: Später, aber sicherer

Zwei Personen halten Händchen und tragen Jeans – Symbol für Partnerschaft und Zusammenhalt

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Studie zur Jugendsexualität: Später, aber sicherer

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Erschienen in: gyne

Jugendsexualität verändert sich kontinuierlich. Die aktuelle Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit belegt, dass Jugendliche heute später sexuell aktiv werden als noch 2019. Die meisten haben erst mit 19 Jahren ihr erstes Mal. Die repräsentative Befragung von über 5.800 Jugendlichen zeigt: Junge Menschen treffen bewusste Entscheidungen, haben Sex meist in festen Beziehungen und verhüten zuverlässig. In neun von zehn Beziehungen wird über Verhütung gesprochen. Die Schule bleibt in puncto Aufklärung nach wie vor die wichtigste Informationsquelle.

Jugendliche lassen sich mehr Zeit für erste sexuelle Erfahrungen

Die aktuelle Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigt: Jugendliche werden immer später sexuell aktiv. Während junge Menschen 2019 bereits mit 17 Jahren mehrheitlich sexuell aktiv waren, haben heute die meisten erst mit 19 Jahren ihr erstes Mal erlebt. Auch der erste Kuss erfolgt später als noch vor wenigen Jahren.

Studie untersucht Sexualverhalten von über 5.800 Jugendlichen

Die repräsentative Befragung umfasst 5.855 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 25 Jahren. Die Ergebnisse belegen: Junge Menschen haben ihren ersten Sex meist in einer festen Beziehung und verhüten sicher. In knapp neun von zehn Beziehungen sprechen sie selbstverständlich über Verhütung. 67 % thematisieren auch den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.

Bewusste Entscheidungen statt früher Erfahrungen

Mechthild Paul, Abteilungsleiterin Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung und stellvertretende Leiterin des BIÖG nimmt zu den Studienergebnissen Stellung und zieht ein positives Fazit:

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualität geht. Sie warten auf den für sie richtigen Moment, sprechen offen über Verhütung und schützen sich zuverlässig. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kontinuierlicher und faktenbasierter Aufklärung − in der Schule, im Elternhaus, in Beratungsstellen, in ärztlichen Praxen und durch unsere Angebote.

Mechthild Paul, Abteilungsleiterin Sexualaufklärung, Verhütung, Familienplanung und stellvertretende Leiterin des BIÖG

Deutlicher Rückgang bei sexuellen Erfahrungen

Aktuell haben 18 % der 14- bis 17-Jährigen ihren ersten Sex erlebt, 2019 waren es noch 28 %. Bei den 17-Jährigen zeigt sich der Trend deutlich: 2019 hatten 61 % Sex gehabt, 2025 sind es nur noch 40 %. Auch beim Küssen lassen sich Jugendliche mehr Zeit. 2019 gaben 53 % der 14-Jährigen an, Küssen erlebt zu haben. 2025 ist dieser Anteil auf 33 % gesunken.

Partnerschaft als wichtigste Voraussetzung

Die Mehrheit der Jugendlichen ist beim ersten Sex mit der Partnerin oder dem Partner in einer festen Beziehung (weiblich: 65 %, männlich: 53 %). 65 % empfinden den Zeitpunkt als „gerade richtig”. Unter den Jugendlichen ohne sexuelle Kontakte gibt die Hälfte an, dass die passende Partnerin oder der passende Partner bisher schlicht gefehlt habe.

Verhütung hat hohen Stellenwert

Nur sechs Prozent der Befragten geben an, beim ersten Sex nicht verhütet zu haben. 76 % greifen zum Kondom, 34 % nutzen die Pille. Mit zunehmender sexueller Erfahrung gewinnt die Pille an Bedeutung: 50 % der mehrfach sexuell erfahrenen Jugendlichen verwenden sie aktuell.

Schule bleibt wichtigste Informationsquelle

78 % der Jugendlichen geben an, in der Schule Wissen über Sexualität und Verhütung erhalten zu haben (2019: 69 %). Als Ansprechpersonen gewinnen Lehrkräfte (45 %) und Eltern (64 %) an Bedeutung. 53 % nutzen das Internet, wobei Aufklärungs- und Beratungsseiten als besonders vertrauenswürdig gelten.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. vom 22.01.2026: Erste sexuelle Erfahrungen: Jugendliche warten länger und verhüten sicher

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