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Neue Therapie bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen

Grafische Darstellung von Nieren und Harnblase, in der die Blase rot aufleuchtet, als Symbol fuer neue Therapie bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen

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Neue Therapie bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Wiederkehrende Harnwegsinfektionen betreffen vor allem Frauen und die Erreger werden zunehmend antibiotikaresistent. Forschende aus der Schweiz und Deutschland haben erstmals eine Kombinationstherapie aus Phagentherapie und Darmfloratransplantation getestet. Bei drei Patientinnen zeigte sich eine Verringerung der Infekte und eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für eine klinische Studie, die im Juni 2027 beginnen soll.

Jenseits von Antibiotika: ein neuer Ansatz zur Behandlung von Harnwegsinfektionen

Wiederkehrende Harnwegsinfektionen gehören weltweit zu den häufigsten bakteriellen Infektionen und betreffen vor allem Frauen. Antibiotika sind zwar die Standardtherapie, doch häufige Rückfälle und zunehmende Antibiotikaresistenzen machen alternative Therapieansätze notwendig.

Phagentherapie kombiniert mit Darmfloratransplantation

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsklinik Balgrist und der Universität Zürich, der Universität zu Köln und dem Universitätsklinikum Köln, der Goethe-Universität Frankfurt sowie des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben erstmals eine kombinierte Phagentherapie mit einer Darmfloratransplantation durchgeführt. Dabei machten sie sich die Eigenschaften der Phagen, die gezielt Bakterien angreifen und selbst multiresistente Keime wirksam abtöten können, zunutze. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Microbiology veröffentlicht.
Die Studie wurde von der Medizinbiologin Dr. Shawna McCallin und dem Urologen Dr. Lorenz Leitner von der Universitätsklinik Balgrist in Zürich geleitet. Beteiligt waren außerdem die Infektionsforscherinnen PD Dr. Lena Biehl und Dr. Annika Y. Claßen vom Universitätsklinikum Köln sowie Professorin Dr. Maria Vehreschild von der Goethe-Universität Frankfurt.

Behandlung bei drei Patientinnen

Der neuartige Behandlungsansatz wurde bei drei Patientinnen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen angewendet, die weder auf Antibiotika noch auf gängige nicht-antibiotische Behandlungsstrategien angesprochen hatten. Bei allen Patientinnen wurde das Bakterium Escherichia coli nachgewiesen. Die Behandlungen fanden zwischen Mai und Juli 2023 statt. Alle drei Frauen erhielten acht Tage lang Phagentherapie oral und intravesikal, also lokal über einen Katheter in die Blase verabreicht. Zwei der drei Patientinnen erhielten anschließend zusätzlich eine Darmfloratransplantation in Köln. Da sich die Bakterien häufig sowohl im Darm als auch im Harnweg ansiedeln, zielte die Behandlung auf die Darmreservoirs von E. coli.

Positive Ergebnisse und geplante klinische Studie

Die Behandlungen wurden gut vertragen und führten zu keinen spürbaren Nebenwirkungen. Bei den beiden Patientinnen, die die Kombinationstherapie erhielten, war über einen Zeitraum von zwei Jahren eine langfristige Verringerung der Harnwegsinfekte zu beobachten. Bei allen Patientinnen verbesserte sich die Lebensqualität deutlich, während der Bedarf an Antibiotikabehandlungen erheblich zurückging.

„Drei Patientinnen reichen nicht aus, um diese neue Therapie zu etablieren. Dennoch hat diese Erfahrung dazu beigetragen, die Grundlage für eine klinische Studie zu schaffen“, sagt Shawna McCallin.

Die klinische Studie soll im Juni 2027 im Rahmen des Projekts REPhRAME an den kooperierenden Einrichtungen beginnen.

Quelle: Pressemitteilung der Universität zu Köln vom 30.07.2026: Jenseits von Antibiotika: ein neuer Ansatz zur Behandlung von Harnwegsinfektionen

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