Kardiologie » Kongresse

»

GLP-1-Therapien: Weniger Herzinsuffizienzereignisse über das LVEF-Spektrum

Weiße Würfel mit der Aufschrift „GLP-1“ und verstreute weiße Tabletten auf türkisfarbenem Hintergrund.

Quelle: © Formatoriginal – stock.adobe.com

GLP-1-Therapien: Weniger Herzinsuffizienzereignisse über das LVEF-Spektrum

Aktuelles

Kardiologie

Kongresse

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: herzmedizin

GLP-1-basierte Therapien haben bei übergewichtigen Patient:innen mit HFpEF positive Effekte gezeigt. Ob Semaglutid und Tirzepatid auch über das gesamte LVEF-Spektrum mit weniger klinischen Ereignissen verbunden sind, ist bislang nicht ausreichend geklärt.

Daher wurden in einer Analyse internationaler elektronischer Gesundheitsdaten Semaglutid und Tirzepatid mit DPP-4-Inhibitoren verglichen. Eingeschlossen waren Erwachsene mit Herzinsuffizienz, Typ-2-Diabetes und dokumentierter LVEF; die Analyse orientierte sich am Design einer randomisierten Studie. Neu mit Semaglutid bzw. Tirzepatid behandelte Patientinnen und Patienten wurden mittels Propensity-Score-Matching 1:1 mit denjenigen verglichen, die Sitagliptin oder Linagliptin erhielten. Primärer Endpunkt war ein akutes Herzinsuffizienzereignis oder Tod innerhalb von zwölf Monaten.

In den gematchten Kohorten mit jeweils 3.135 Patientinnen und Patienten war Semaglutid mit einem signifikant niedrigeren Risiko für den primären Endpunkt assoziiert als DPP-4-Inhibitoren (19,3 % vs. 25,0 %; p < 0,001). Unter Tirzepatid betrugen die Ereignisraten bei jeweils 1.523 Patientinnen und Patienten 14,7 % versus 25,3 % (p < 0,001). Die Zusammenhänge zeigten sich über alle LVEF-Bereiche hinweg konsistent. Im direkten Vergleich von Tirzepatid und Semaglutid bestand kein signifikanter Unterschied (HR: 0,89; p = 0,094).

Nach Schlussfolgerung der Autorenschaft waren Semaglutid und Tirzepatid bei Herzinsuffizienz und Typ-2-Diabetes unabhängig vom LVEF-Phänotyp mit einem niedrigeren Risiko für akute Herzinsuffizienzereignisse oder Tod assoziiert. Aufgrund des nicht randomisierten Designs sind zur Bestätigung randomisierte Studien erforderlich.

Quelle: Lemmer F et al. Semaglutide or tirzepatide in heart failure across ejection fraction phenotypes: a new-user, active-comparator target trial emulation. DGK Herztage 2026, Abstract P749

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Leuchtende Binärziffern auf blauem Hintergrund.

Dresdner Forschende entwickeln lokal betriebene KI-Agenten für die Medizin

Aktuelles

Forschende der TU Dresden und des Universitätsklinikums Dresden haben einen lokal betriebenen KI-Agenten zur Unterstützung medizinischer Entscheidungen entwickelt. Das System verarbeitet Patientendaten innerhalb der Einrichtung und soll Ärztinnen und Ärzten Hinweise zur Verlässlichkeit seiner Diagnosen liefern.

Kardiologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Vier Mitglieder des ärztlichen OP-Teams stehen in grüner OP-Kleidung nebeneinander.

Neuartiges Verfahren zur Therapie von Vorhofflimmern

Aktuelles

Das Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka hat nach eigenen Angaben als erstes Zentrum in Thüringen ein minimalinvasives chirurgisches Verfahren gegen anhaltendes Vorhofflimmern eingeführt. Drei Patientinnen und Patienten mit vergrößertem linken Vorhof wurden bereits behandelt – ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine.

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

Beitrag lesen
Medizinische Illustration eines Herzens mit implantiertem Herzschrittmacher

Herzklappen-Eingriff: Geschlecht beeinflusst Risiken eines Herzschrittmachers

Studien

Nach einem kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) unterscheiden sich die Zusammenhänge zwischen Herzschrittmacherstatus und Überleben bei Frauen und Männern. Eine Studie mit 1.114 Betroffenen legt nahe, geschlechtsspezifische Faktoren bei Risikobewertung und Nachsorge stärker zu berücksichtigen.

Kardiologie

Herzklappen- und strukturelle Erkankungen

Beitrag lesen