Zum Welt-Herz-Tag stand die Blutdruckkontrolle erneut im Fokus. Eine Anbieterbefragung weist auf Lücken bei der Hypertoniekontrolle hin. Kontinuierliche Messsysteme könnten zusätzliche Verlaufsdaten liefern – ihre klinische Aussagekraft ist jedoch geräte- und validierungsabhängig.
Blutdruck bleibt ein zentraler Risikofaktor
Arterielle Hypertonie erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und verläuft häufig lange ohne eindeutige Symptome. Zum Welt-Herz-Tag am 29. September 2026 rückte die Deutsche Herzstiftung unter dem Motto „Gib ACHT für ein starkes Herz“ acht zentrale Faktoren für die Herzgesundheit in den Fokus. Einer davon: den Blutdruck im Blick behalten. Bluthochdruck zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen; die Herzstiftung empfiehlt daher regelmäßige Kontrollen [1]. Der Aktionstag ist vorbei, die Bedeutung einer verlässlichen Erfassung erhöhter Werte bleibt für Prävention und Versorgung aktuell.
Befragung zeigt mögliche Versorgungslücken
Eine von Aktiia veröffentlichte und als repräsentativ bezeichnete Befragung in Deutschland ergab, dass mehr als 40 % der Erwachsenen angaben, bereits eine Hypertoniediagnose erhalten zu haben. Fast ein Viertel der diagnostizierten Personen habe den Blutdruck nicht unter Kontrolle [2]. Befragte mit eigenem Messgerät berichteten häufiger von einem früheren Erkennen der Erkrankung, einem stärkeren Risikobewusstsein und Lebensstiländerungen [2]. Diese Selbstauskünfte zeigen Zusammenhänge, belegen aber nicht, dass der Besitz eines Geräts die bessere Kontrolle verursacht.
Kontinuierliche Messungen: möglicher Zusatznutzen
Häufige bzw. kontinuierliche Messungen können zusätzliche Informationen über den zeitlichen Verlauf des Blutdrucks liefern. In den angeführten Studien wurden unterschiedliche Messansätze untersucht, darunter kontinuierliches gegenüber gelegentlichem Monitoring sowie manschettenlose Messungen im Vergleich mit ambulanter Blutdruckmessung [3–5].





