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Blick durch die Haut: Neue Technologie erkennt Herzrisiken frühzeitig

Mikroskopische Darstellung roter Blutgefaesse und Kapillaren bei der Hautdiagnostik

Quelle: Hemholtz Zentrum München

Blick durch die Haut: Neue Technologie erkennt Herzrisiken frühzeitig

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen – dabei beginnen viele Verläufe mit kaum wahrnehmbaren Veränderungen in den kleinsten Blutgefäßen. Die neue Bildgebungstechnologie fast-RSOM ermöglicht erstmals eine nicht-invasive, hochauflösende Diagnostik dieser mikrovaskulären Frühzeichen direkt durch die Haut. Entwickelt von Forschenden der Helmholtz Munich und der TU München, könnte sie die kardiovaskuläre Früherkennung und Prävention grundlegend verbessern.

Winzige Gefäße, große Bedeutung

Veränderungen in den kleinsten Blutgefäßen – den Kapillaren – gehören zu den frühesten Warnsignalen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese sogenannte mikrovaskuläre Endothel-Funktionseinschränkung (MiVED) blieb bislang schwer messbar, da präzise, nicht-invasive Methoden fehlten. Forschende von Helmholtz Munich und der Technischen Universität München (TUM) haben nun mit „fast-RSOM“ eine Technologie entwickelt, die genau diese Lücke schließt.

Früherkennung, bevor Symptome auftreten

Fast-RSOM liefert hochauflösende, dynamische Biomarker, die subtile Gefäßveränderungen erfassen – lange bevor klassische Symptome oder makroskopische Krankheitszeichen auftreten. Besonders relevant ist dies für Personen mit bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht. Anders als herkömmliche Risikoberechnungen misst die Technologie quantitativ die tatsächlichen Auswirkungen dieser Faktoren auf das Mikrogefäßsystem.

Wie funktioniert RSOM?

RSOM (Raster-Scan-Optoakustische Mesoskopie) nutzt Lichtimpulse, um Ultraschallsignale zu erzeugen und dreidimensionale, hochdetaillierte Bilder von Strukturen unterhalb der Hautoberfläche zu erstellen. Die Methode erkennt kleinste Veränderungen in Blutgefäßen, Sauerstoffgehalt und Gewebezusammensetzung – Informationen, die herkömmliche Bildgebungsverfahren nicht liefern können. Das kompakte und tragbare Gerät könnte künftig auch außerhalb spezialisierter Labore eingesetzt werden.

Vom Labor in die Praxis

Die Forschenden planen, fast-RSOM in größeren Patientengruppen zu validieren und die gewonnenen Biomarker in klinische Routineabläufe zu integrieren. Dank des portablen Designs ist ein Einsatz in ambulanten Einrichtungen für regelmäßige kardiovaskuläre Risikoabschätzungen denkbar. Langfristig könnte die Technologie nicht nur die Patientenversorgung verbessern, sondern auch zu einer Senkung der Gesundheitskosten beitragen.

Originalpublikation: He H et al. Single-Capillary Endothelial Dysfunction resolved by Optoacoustic Mesoscopy. Light Sci Appl 2026 Jan 3; 15(1): 37

Quelle: Pressemitteilung des Hemholtz Zentrum München

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