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GenderHeart: Digitales Assistenzsystem verbessert Herznachsorge für Frauen

Digitale Aufnahmestation TEDIAS: Sessel mit integrierten Biosensoren und Avatar-Monitor für automatische Anamnese – Fraunhofer IPA

Quelle: © Fraunhofer IPA

GenderHeart: Digitales Assistenzsystem verbessert Herznachsorge für Frauen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: herzmedizin

Frauen haben nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall eine schlechtere Prognose als Männer – und sind in der kardiologischen Forschung nach wie vor unterrepräsentiert. Das Fraunhofer-Projekt „GenderHeart“ will das ändern: mit einem KI-gestützten Assistenzsystem, das die geschlechtsspezifische Früherkennung und Nachsorge gezielt verbessert.

Erleidet eine Frau einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist ihr Sterberisiko statistisch höher als das eines Mannes. Die Gründe sind vielschichtig: Frauen sind in klinischen Studien chronisch unterrepräsentiert, geschlechtsspezifische Risikofaktoren werden in der Praxis häufig nicht ausreichend berücksichtigt – und mit der Menopause entfällt der schützende Einfluss der weiblichen Hormone. Eine konsequente, auf Frauen zugeschnittene Nachsorge ist daher dringend geboten.

Digitale Anamnese per Avatar

Genau hier setzt das neue Forschungsprojekt „GenderHeart“ an. Ein Team des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Mannheim entwickelt ein interaktives Assistenzsystem, das die Früherkennung nach einem kardialen Ereignis verbessern soll – mit besonderem Fokus auf Frauen.

Herzstück des Systems ist die digitalisierte Aufnahmestation TEDIAS, die bereits in klinischen Studien getestet wird. Die Patientin nimmt in einem speziellen Sessel mit integrierten Biosensoren Platz und wird von einem digitalen Avatar durch einen strukturierten Anamneseprozess geführt. Dabei werden automatisch Vitalparameter erfasst: Blutdruck, Atemfrequenz und EKG werden noch vor dem eigentlichen Arztgespräch aufgezeichnet.

„Im Projekt passen wir unsere digitale Anamnese so an, dass sie auf Herzerkrankungen abzielt“, erklärt Paula Röttig, Ingenieurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Biomedizinische Sensorik am Fraunhofer IPA. „Bereits vor dem eigentlichen Arztgespräch zeichnen wir relevante Parameter auf – und können das Gespräch so für die zentralen medizinischen Anliegen nutzen.“

KI-basierte Risikoeinschätzung

Grundlage des Früherkennungssystems ist ein KI-basierter Algorithmus, der eine individuelle Risikoeinschätzung und Therapieempfehlung ermöglicht. Das System berücksichtigt dabei geschlechtsspezifische Fragen: Wie unterscheiden sich Verlauf und Behandlungserfolg zwischen Frauen und Männern nach einer Herzerkrankung? Welche Rolle spielt der individuelle Hormonstatus? Welche Faktoren beeinflussen den Therapieerfolg bei Frauen besonders?

Stimme als Herzgesundheits-Indikator

Ergänzt werden soll das System durch ein innovatives Sprachanalyse-Tool. Da die Stimme wichtige Hinweise auf die Herzgesundheit liefern kann, entwickelt ein Projektpartner eine App, mit der Patientinnen ihre Stimme über sechs Monate täglich zu Hause aufzeichnen. Das Tool erkennt Auffälligkeiten frühzeitig – die Ergebnisse fließen dann in die regelmäßige Risikobewertung mit TEDIAS ein.

Drei Jahre, drei Partner

GenderHeart startet im Frühjahr 2026 und ist auf drei Jahre angelegt. Neben dem Fraunhofer IPA sind die Zana Technologies GmbH und das Universitätsklinikum Mannheim beteiligt. Langfristig soll das System in der Notaufnahme zum Einsatz kommen und so den Klinikalltag entlasten.

Paula Röttig bringt die Motivation auf den Punkt: „Frauengesundheit wird bislang häufig hintangestellt und ist wenig untersucht. Ich finde es essenziell, dass wir genderspezifische Unterschiede berücksichtigen – und so auch Frauen endlich bessere Prognosen für ihre Behandlung bekommen.“

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft / Fraunhofer IPA, April 2026

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