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Studie aus Basel: 35 % weniger Todesfälle dank interdisziplinärer Betreuung

Christian Müller, Chefarzt der Klinischen Forschung am Universitätsspital Basel im Porträt

Quelle: Bild: PD

Studie aus Basel: 35 % weniger Todesfälle dank interdisziplinärer Betreuung

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Wird die Kardiologie nach Operationen konsequent eingebunden, sinken Herzkomplikationen und Sterblichkeit deutlich. Das belegt eine neue Studie des Universitätsspitals Basel.

Jährlich sterben weltweit um die 4,2 Millionen Menschen innerhalb von 30 Tagen nach einer Operation. Zu den häufigsten Ursachen zählen Herzinfarkte und andere kardiale Komplikationen. Die Herzereignisse ließen sich reduzieren, indem die Kardiologie in der Betreuung nach einer Operation systematisch eingebunden wird. Das zeigt eine neue Studie des Universitätsspitals Basel, die im European Heart Journal publiziert wurde.

Ein Drittel weniger Todesfälle

Mit 46 % weniger Herzkomplikationen und 35 % weniger Todesfällen unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie den klinischen Nutzen einer eng koordinierten, interdisziplinären Versorgung, schreibt das Unispital in einer Mitteilung.

Christian Müller, Chefarzt Klinische Forschung am Universitätsspital Basel, betont: „Die Ergebnisse belegen eindrücklich, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Anästhesie und Kardiologie nicht nur theoretisch sinnvoll ist, sondern messbar Leben rettet.“

Warnsignale missachtet

Woran hapert es bislang? Gemäß Noemi Glarner, Erstautorin und Assistenzärztin am Universitätsspital Basel, würden die typischen Warnsignale wie Brustschmerzen oder Atemnot durch Schmerzmittel, Narkosenachwirkungen und die Ablenkung durch Operationswunden überdeckt. „Ohne systematisches Screening mittels Biomarkern bleiben diese lebensbedrohlichen Ereignisse in der Routineversorgung meist unerkannt.“

Erschwerend komme hinzu, dass in manchen Spitälern Kardiologen nicht routinemäßig in die postoperative Betreuung eingebunden seien. Die Chirurgen konzentrierten sich auf den operativen Eingriff, während das Herz als „stiller Patient“ zu wenig Beachtung finde.

Mangelnde Ressourcen

Hinzu kommen personelle Engpässe: Gemäß der Studie konnte in der Schweiz nur bei rund 60 % der Betroffenen eine kardiologische Evaluation durchgeführt werden – vor allem wegen fehlender Ressourcen an Wochenenden.

So sagt Christian Puelacher, Erstautor der Studie: „Unsere Erkenntnisse sollten Anlass sein, die Ressourcen für diese interdisziplinäre Versorgung zu stärken.“

Originalpublikation: Glarner N et al. Peri-operative myocardial infarction/injury after non-cardiac surgery: association between cardiologist evaluation and outcomes. Eur Heart J 2026 Jan 30: ehaf846. doi: 10.1093/eurheartj/ehaf846

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsspital Basel vom 03.02.2026

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