Das Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka hat nach eigenen Angaben als erstes Zentrum in Thüringen ein minimalinvasives chirurgisches Verfahren gegen anhaltendes Vorhofflimmern eingeführt. Drei Patientinnen und Patienten mit vergrößertem linken Vorhof wurden bereits behandelt – ohne Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine.
Am Herzzentrum der Zentralklinik Bad Berka kommt seit Kurzem ein neues Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern zum Einsatz. Nach Angaben der Klinik wurden bislang drei Menschen mit anhaltendem Vorhofflimmern und deutlich vergrößertem linken Vorhof damit behandelt. Die Klinik bezeichnet Bad Berka als erstes Zentrum in Thüringen, das die Methode anwendet.
Bei dem Eingriff führen Herzchirurginnen und Herzchirurgen über kleine Zugänge an der seitlichen Brustwand eine Kamera und Operationsinstrumente ein. Am schlagenden Herzen werden von außen die Hinterwand des linken Vorhofs und die Einmündungen der Lungenvenen elektrisch isoliert. Ziel der Ablation ist es, elektrische Impulse zu unterbrechen, die Vorhofflimmern auslösen oder aufrechterhalten können. Eine Herz-Lungen-Maschine ist dafür nicht erforderlich. Während desselben Eingriffs wird zudem das linke Vorhofohr verschlossen. In diesem Bereich können sich bei Vorhofflimmern Blutgerinnsel bilden, die einen Schlaganfall auslösen können.
Option für ausgewählte Patientinnen und Patienten
Katheterablationen sind bei anfallsweise auftretendem Vorhofflimmern etabliert. Bei anhaltendem Vorhofflimmern und strukturellen Veränderungen des Herzens kann die Behandlung komplexer sein. Die Zentralklinik sieht das neue Verfahren als mögliche Option für Patientinnen und Patienten, bei denen eine Katheterablation nicht ausreichend wirksam ist, eine Operation am offenen Herzen mit Herz-Lungen-Maschine aber noch nicht angezeigt erscheint.
„Wir schließen damit eine therapeutische Lücke“, sagt Dr. Marco Mierzwa, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiochirurgie. Voraussetzung sei eine enge Zusammenarbeit von Herzchirurgie, Kardiologie und Rhythmologie.
Vorhofflimmern betrifft nach Angaben der Mitteilung rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland und kann mit erheblichen Beschwerden sowie einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergehen. Der Verschluss des Vorhofohrs soll eine mögliche Quelle von Blutgerinnseln ausschalten. Er bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine gerinnungshemmende Medikamententherapie beendet werden kann; darüber muss individuell ärztlich entschieden werden.
Bislang berichtet die Klinik über die Einführung des Verfahrens und drei behandelte Personen. Vergleichende Daten oder Angaben zu den längerfristigen Behandlungsergebnissen liegen in der Mitteilung nicht vor. Daraus lässt sich daher noch nicht ableiten, wie wirksam oder sicher das Verfahren im Vergleich zu anderen Ablationsmethoden ist.
Quelle: Rhön-Klinikum AG





