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Alzheimer-Risikofaktoren beeinflussen kognitive Leistung bereits in jungen Jahren

Alzheimer-Risikofaktoren beeinflussen kognitive Leistung bereits in jungen Jahren

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Erschienen in: neuro aktuell

Die häufigste Form der Demenz, die Alzheimer-Krankheit, betrifft im Regelfall das hohe Erwachsenenalter – nur sehr selten werden Diagnosen bei unter 65-Jährigen gestellt [1]. Eine US-amerikanische Kohortenstudie [2] zeigt aber, dass Risikofaktoren die kognitiven Leistungen bereits Jahrzehnte früher beeinflussen können: Schon bei gesunden Menschen unter 30 mit bestimmten Risikofaktoren gab es in kognitiven Tests sowie Blutuntersuchungen Auffälligkeiten.

Die Studie, die unter der Leitung von Allison Aiello von der Columbia University in New York durchgeführt wurde, wertete Daten von knapp 12.500 Personen aus, von denen die meisten zwischen 24 und 35 Jahre alt waren. Dabei wurden folgende Risikofaktoren betrachtet:

– Der CAIDE-Score (Cardiovaskular Risk Factors, Aging, and Incidence of Dementia), zu dessen Komponenten beispielsweise das Geschlecht, der Blutdruck, der BMI sowie das Bildungs- und körperliche Aktivitätsniveau gehören. Die Studie ergab eine konsistente Verbindung zwischen höheren CAIDE-Werten und schlechteren Ergebnissen in allen kognitiven Tests.

– Biomarker für neuronale Schädigung: Erhöhte Werte des Proteins Tau waren mit schlechterem unmittelbarem Erinnerungsvermögen assoziiert, während Neurofilament Light (NfL) Trends zu vermindertem Arbeitsgedächtnis zeigte.

– Entzündungsmarker (Immune Biomarkers), darunter IL-6, IL-8, und IL-1β, zeigten signifikante Zusammenhänge mit kognitiven Leistungen, wobei diese Verbindungen mit zunehmendem Alter (34-44 Jahre) noch deutlicher wurden.

Interessanterweise fand die Studie keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem genetischen Risikofaktor APOE ε4 und kognitiven Leistungen in jungen Jahren. Dies deutet darauf hin, dass die Teilnehmenden noch nicht von der Alzheimer-Krankheit betroffen waren. Stattdessen könnten die Befunde auf andere neurologische Störungen hinweisen, die eine spätere Entstehung begünstigen könnten [3]. Allerdings legt die Studie nahe, dass die Grundlagen für eine wirksame Prävention bereits im jungen Erwachsenenalter gelegt werden sollten. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht und geringe körperliche Aktivität können durch Lebensstilveränderungen bereits in jungen Jahren positiv beeinflusst werden.

Zukünftige Forschungen werden nun darauf abzielen, präzisere Biomarker zu identifizieren und gezielte Präventionsstrategien für junge Erwachsene zu entwickeln, um das Alzheimer-Risiko über die gesamte Lebensspanne zu reduzieren.


Julina Pletziger

Zitierte Literatur
1   Die Alzheimer-Krankheit. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/die-alzheimer-krankheit (abgerufen am 7.5.25)
2 Aiello AE, Martin CL, Momkus J et al. Risk factors for Alzheimerʼs disease and cognitive function before middle age in a U.S. representative population-based study. Lancet Neurology. 2025; 45(101087): 1-16
3 Morbus Alzheimer: Studie findet erste kognitive Schwächen im früheren Erwachsenenalter. Dtsch Ärzteblatt 2025, https://www.aerzteblatt.de/news/morbus-alzheimer-studie-findet-erste-kognitive-schwachen-im-fruheren-erwachsenenalter-6412350b-7da6-4bd9-a4dd-b45aad8a1aa0 (abgerufen am 7.5.25)

Bilderquelle: © New Africa – stock.adobe.com

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