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Genetische Faktoren bestimmen Autismus-Risiko: Mütterliche Erkrankungen während der Schwangerschaft nicht ursächlich

Genetische Faktoren bestimmen Autismus-Risiko: Mütterliche Erkrankungen während der Schwangerschaft nicht ursächlich

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Erschienen in: neuro aktuell

Eine umfangreiche Studie der NYU Langone Health mit über 1,1 Millionen Schwangerschaften liefert neue wichtige Erkenntnisse zur Entstehung von Autismus. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass fast alle bisher vermuteten Zusammenhänge zwischen mütterlichen Erkrankungen während der Schwangerschaft und Autismus durch genetische oder umweltbedingte Faktoren erklärt werden können.

Die Studie, die in Nature Medicine veröffentlicht wurde, analysierte die Krankenakten von mehr als 1,1 Millionen Schwangerschaften von 600.000 Müttern aus einem dänischen Nationalregister. Die Forschenden untersuchten über 1.700 verschiedene Diagnosen und konzentrierten sich dabei auf 236 Diagnosen, die bei mindestens 0,1% der Schwangerschaften auftraten.

Nach Berücksichtigung von Faktoren wie soziodemografischer Status und Alter der Mutter während der Schwangerschaft blieben zunächst 30 Diagnosen statistisch mit Autismus beim Kind verbunden. Eine vertiefte Analyse unter Einbeziehung von Geschwistern und väterlichen Gesundheitsdaten zeigte jedoch, dass die meisten dieser Verbindungen auf familiäre Faktoren wie genetische Veranlagung zurückzuführen sind.
Besonders aufschlussreich war die Erkenntnis, dass väterliche Diagnosen einen ähnlich starken Zusammenhang mit Autismus beim Kind aufweisen wie mütterliche Diagnosen. Nach Berücksichtigung aller familiären Faktoren blieben lediglich fetale Schwangerschaftskomplikationen statistisch signifikant mit Autismus assoziiert. Die Forschenden interpretieren diese jedoch nicht als Ursache, sondern als frühe Anzeichen von Autismus.
Die Erkenntnisse zeigen, dass Autismus bereits pränatal beginnt und primär durch genetische Einflüsse bestimmt wird. Die Studie kann dazu beitragen, den Fokus auf eine frühe Diagnose und Unterstützung zu lenken, und Eltern zu entlasten, wenn sie verstehen, dass sie keinen Einfluss auf die Entstehung der Störung hatten.

Die Forschungsarbeit wurde unter anderem durch Förderungen der National Institutes of Health, der Lundbeck Foundation und der Seaver Foundation ermöglicht.
 
Autorin: Julina Pletziger
Zur Originalstudie kommen Sie hier.

Bilderquelle: © LIGHTFIELD STUDIOS

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